Mit Sanktionen belegt
Kinder verschleppt? Rot-Kreuz-Chef unter Verdacht
Die USA haben den Chef des belarussischen Roten Kreuzes mit Sanktionen belegt und ihn der Verwicklung in die mutmaßliche Verschleppung von ukrainischen Kindern beschuldigt. Wie das US-Finanzministerium am Dienstag mitteilte, wird Dmitri Schauzu dafür sanktioniert, die russische Kinderrechtsbeauftragten Maria Lwowa-Belowa unterstützt zu haben. Gegen Lwowa-Belowa hatte der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) im März einen Haftbefehl erlassen.
Und zwar wegen des „Kriegsverbrechens“ der Verschleppung tausender ukrainischer Kinder nach Russland. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine im Februar 2022 wird Russland beschuldigt, mit Unterstützung aus Belarus tausende ukrainische Kinder aus Schulen, Kranken- und Waisenhäusern unter Zwang in russisch-kontrollierte Teiles des Landes gebracht zu haben.
Moskau streitet Verschleppung nicht ab
Moskau streitet nicht ab, ukrainische Kinder nach Russland gebracht zu haben - gibt aber an, dies sei zu ihrem Schutz geschehen.
Im Juli regte sich international scharfe Kritik, als Schauzu angab, das Rote Kreuz sei daran beteiligt gewesen, ukrainische Kinder aus russisch besetzten Teilen der Ukraine nach Belarus zu bringen. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften forderte das belarussische Rote Kreuz dazu auf, Schauzu zu entlassen. Da dies nicht geschah, suspendierte die Föderation den Verband als Mitglied.
Washington verstärkt Druck
Schauzu war einer von acht Menschen und elf Einrichtungen, gegen die das US-Finanzministerium am Dienstag Sanktionen verhängt hat. So will Washington den Druck auf den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko verstärken.







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