Ein Urteil des Verwaltungsgerichtsshofs in Kärnten regt die Landwirte auf: Die optisch durchaus auffälligen Plastikbündel dürfen im südlichen Bundesland nicht (mehr) in der Natur gelagert werden. Die „Krone“ hat bei der Agrarlandesrätin nachgefragt, ob diese Regelung auch für Oberösterreich gilt.
Sie sind weiß oder grün, manchmal auch knallbunt und gehören mittlerweile in bäuerlichen Gegenden zum Landschaftsbild: Auf Wiesen stapeln sich Siloballen – in Plastikfolie eingewickeltes Gras, das in der kalten Jahreszeit an Rinder verfüttert wird.
Landwirt war angezeigt worden
In Kärnten werden die Ballen jetzt von den Grünflächen verbannt: Laut Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes dürfen sie dort nicht in der freien Natur gelagert werden. Umweltschützer hatten einen Landwirt angezeigt, der die Ballen auf einer Wiese gelagert hatte.
Strenges Naturschutzgesetz
Dessen Einspruch prallte bei den Höchstrichtern ab, die auf das Kärntner Naturschutzgesetz verwiesen. Dieses sehe keine Ausnahmen für die Lagerung von folierten Siloballen vor. Zudem solle Bodenverbrauch durch „unreflektierte wirtschaftliche Nutzung“ verhindert werden.
Jedes Land hat sein eigenes Gesetz. Ich bin froh, dass in Oberösterreich mehr Hausverstand gelebt wird. Siloballen am Feld zwischenzulagern, ist seit Jahrzehnten gelebte Praxis.
Michaela Langer-Weninger (ÖVP), Agrarlandesrätin
Müssen sich nun auch die Bauern in Oberösterreich sorgen, wegen ihrer Siloballen angezeigt zu werden? Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) beruhigt: Alle Bundesländer hätten eigene, unterschiedlich ausgestaltete Naturschutzgesetze.
In OÖ übliche landwirtschaftliche Nutzung
Auch jenes in Oberösterreich schütze im Bereich von Seen und Flüssen das Landschaftsbild. Die Naturschutzabteilung betrachte die Zwischenlagerung der Ballen aber als übliche landwirtschaftliche Nutzung, wodurch keine Anzeige- oder Bewilligungspflicht bestehe.
„Siloballen am Feld zwischenzulagern, ist längst gelebte Praxis. Sie beeinträchtigt weder heute noch morgen die wunderbare Kulturlandschaft“, sagt Langer-Weninger.
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