„Nyad“ auf Netflix

„Man ist nie zu alt, um seinen Träumen zu folgen“

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06.11.2023 12:44

Mit 64 Jahren schwamm Diana Nyad von Kuba nach Florida. Das oscarprämierte Duo Jimmy Chin und Elizabeth Chai Vasarhelyi verfilmte nun die unglaubliche Geschichte der Spitzensportlerin. In den Hauptrollen: Die Hollywood-Superstars Annette Bening und Jodie Foster.

Wie Menschen, die in der zweiten Hälfte ihres Lebens angelangt sind, abgestempelt werden, ist Diana Nyad (Annette Bening) ein Graus. Wahrscheinlich weil sie gerade selber 60 geworden ist. „Nur weil wir auf der Einbahnstraße Richtung Tod unterwegs sind, müssen wir uns noch lange nicht mit Mittelmäßigkeit abfinden“, sagt sie zu ihrer besten Freundin Bonnie Stoll (Jodie Foster). Mittelmäßigkeit war noch nie ihr Ding. Die einstige Langstreckenschwimmerin hatte 1975, mit nur 26 Jahren, immerhin Manhattan umkrault und 1979 die 164 Kilometer lange Strecke von Bahamas nach Florida in Rekordzeit hinter sich gebracht.

Einzig ihren Kindheitstraum, von Kuba nach Florida zu schwimmen, konnte sie sich 1978 nicht erfüllen. Doch mit 60 Jahren will sie es noch einmal wissen und mithilfe von Bonnie als Trainerin das Unmögliche möglich machen: 180 Kilometer durch offenes Meer schwimmen - samt Unwetter, Haien, Quallen, Strömungen sowie körperlicher und seelischer Qualen. 2013, mit 64 Jahren und beim insgesamt fünften Anlauf, soll es ihr dann tatsächlich gelingen.

Menschen, die über ihre Grenzen gehen, sind für Jimmy Chin und Elizabeth Chai Vasarhelyi kein Neuland. Mit der Dokumentation „Free Solo“ über Extremkletterer Alex Honold räumte das Filmemacher-Paar 2019 den Oscar ab. Mit „Nyad“ erweitern sie nun ihr Repertoire erstmals um einen Spielfilm. Dafür hätten sie keine besseren Begleiterinnen finden können als Zweifach-Oscarpreisträgerin Foster und die vierfach oscarnominierte Bening. Großartig ergänzen sich die Schauspielerinnen, wie Yin und Yang. Bening als knallharte, leicht durchgeknallte Egozentrikerin, die unmissverständlich klarmacht: „Man ist nie zu alt, um seinen Träumen zu folgen!“ Und Foster (grandios!) als ihr Gegenpol.

Vor allem die sportlichen Extreme wissen Vasarhelyi und Chin ungeschönt in Szene zu setzen. Einzig die Rückblenden aus Dianas Kindheit - ihr inspirierender Vater und der sie misshandelnde Trainer - wirken etwas unbeholfen. Außerdem wird die Kontroverse, dass Nyads Rekord offiziell nicht anerkannt wurde, nicht thematisiert. Nichtsdestotrotz, ein gelungenes Erstlingswerk, dem hoffentlich einige nachfolgen. Übung macht ja, wie es Diana Nyad mit 64 Jahren eindrucksvoll bewiesen hat, den Meister.

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