Verbrauch ging zurück

Oberösterreicher sind keine Energiespar-Muffel

Oberösterreich
23.10.2023 13:00

Vor etwa einem Jahr lancierte das Land OÖ eine groß angelegte Energiesparkampagne: Alle Bürger wurden aufgerufen, vor dem Hintergrund der unsicheren Gaslieferungen aus Russland auf sparsamen Verbrauch zu achten. Die „Krone“ wollte nun wissen, wie sehr die Oberösterreicher dem Aufruf gefolgt sind.

Die Lage ist ernst“, warnte der zuständige Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) vor etwa einem Jahr. Der erste Winter nach Kriegsbeginn in der Ukraine stand vor der Tür, und es war zu befürchten, dass wegen ausbleibender Gaslieferungen aus Russland auch in OÖ Wohnungen kalt bleiben und Betriebe still stehen.

Also lancierte das Land OÖ eine große Energiespar-Kampagne: 700.000 Broschüren mit Energiespartipps wurden an alle Haushalte verschickt, der Energiesparverband OÖ startete eine Informationsoffensive.

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Beim Thema Heizkesseltausch haben sich die Beratungen vervierfacht. Das ist eine unmittelbare Auswirkung des Krieges, die Leute haben sich gefürchtet, dass Russland das Gas abdreht.

Gerhard Dell, Geschäftsführer Energiesparverband OÖ

So viele Energieberatungen wie nie
Im Nachhinein betrachtet sind wir gut über den vergangenen Winter gekommen. Doch was haben die Oberösterreicher dazu beigetragen? Haben sie fleißig beim Energiesparen mitgemacht? Die „Krone“ hat bei Energiesparverband-Geschäftsführer Gerhard Dell nachgefragt - und siehe da: Sein Resümee fällt durchaus positiv aus: Es habe im Vorjahr so viele Energieberatungen wie noch nie gegeben; alleine beim Thema Heizkesseltausch hätten sich die Beratungen im Vergleich zu 2021 vervierfacht. „Das ist eine unmittelbare Auswirkung des Krieges, die Leute haben sich gefürchtet, dass Russland das Gas abdreht“, sagt Dell.

Weniger Gas und Strom verbraucht
Und: Es wurde tatsächlich Energie gespart. Die offiziellen Zahlen der Statistik Austria liegen zwar noch nicht vor, doch aus den Rohdaten liest Dell eine Tendenz heraus: „Im Gesamten wurden in Oberösterreich in diesem Jahr um acht Prozent weniger Gas und um drei Prozent weniger Strom verbraucht.“ Inwiefern die Landeskampagne dazu beigetragen hat, lasse sich nicht bemessen – geschadet hat sie aber offenbar nicht.

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