Grüne Sondernummer:

Wenn der Spitzenkandidat gleich von 17 Fotos lacht

Oberösterreich
07.06.2026 13:00

An ihm kam man beim Durchblättern der Parteizeitung nicht vorbei: Stefan Kaineder, Spitzenkandidat der Grünen. Der Landesrat lässt sich abfeiern, lacht gleich 17 Mal aus dem Blatt, in dem Menschliches verrät, auch wie er in die Politik kam und lüftet auch ein Geheimnis und Alt-Landeshauptmann Josef Pühringer

Der „oö.planet“, die Zeitung der Grünen für Oberösterreich: Die Ausgabe mit der Nummer 130 ist eine Jubiläumsausgabe – und sie ist einer einzigen Person gewidmet, nämlich dem Landessprecher der Regierungspartei, Stefan Kaineder, selbst. Schon auf der Titelseite geht’s ganz groß los, ist der Öko-Politiker doch gleich viermal auf Seite 1 abgebildet. Die Sondernummer mit insgesamt 17 Kaineder-Fotos kam heraus, als für ihn in der Partei alles in trockenen Tüchern war. Beim Parteitag vor einem Monat stimmten 92,8 Prozent für die alte und neue Nummer 1 der Bewegung in Oberösterreich.

Aufwärtstrend erwartet
Der Landesrat wurde bei dieser Zusammenkunft seiner Partei auch gleich zum Spitzenkandidaten für die Wahl im kommenden Herbst gekürt, bei der sich die Grünen ein Plus erwarten. Sieht man sich aktuelle Umfragen an, geht es für die Ökos im Land wie auch bundesweit in der Zustimmung leicht nach oben. Das liegt natürlich an der Zuspitzung in Richtung FPÖ bzw. rechts, aber auch die schwächelnden Sozialdemokraten bescheren den Grünen mehr Zuspruch.

Frust wegen Schwarz-Blau
Dass Kaineder weiter an der Spitze der Partei steht, das war – so erzählen es Parteiinsider – vor eineinhalb Jahren noch keine „gmahte Wiesn“. Man erzählte sich, Kaineder sei wegen der demonstrativen Machtausübung von Schwarz-Blau im Linzer Landhaus mehr als frustriert gewesen. Es war (und ist) schwer, gegen eine ÖVP-FPÖ-Mehrheit eigene Ideen umzusetzen.

Gibt es eine dritte Auflage von Schwarz-Grün in OÖ?
Das alles hat sich aber mittlerweile gelegt. Kaineder hat mächtig Lust und arbeitet im Hintergrund daran, den Wählern eine Alternative für Schwarz-Blau einzureden. Er glaubt daran, mit der ÖVP und Landeshauptmann Thomas Stelzer noch einmal eine Koalition eingehen zu können, wie es die Schwarzen mit Josef Pühringer und Rudi Anschober an der Spitze schon zweimal getan haben. Er wirbt für diese Idee, auch wenn heute noch keiner sagen kann, wer bei der Wahl im Herbst 2027 als Nummer 1 über die Siegerlinie geht. Vielleicht gibt es ja dann einen Landeshauptmann Manfred Haimbuchner (FPÖ), was für die Grünen sicher nicht einfacher werden würde.

Alt-Landeshauptmann spontan
Dass Alt-LH Pühringer mit den Grünen sicher besser kann als mit den Blauen, verrät ein Beitrag in der Grünen Zeitung. Kaineders Mutter Christine und Pühringer kennen sich, sein Opa war ÖVP-Bürgermeister. Als bei seiner Angelobung zum Landesrat am 30. Jänner 2020 die Mutter zum Alt-LH sagte: „Goi, jetzt ziagt er halt in eine anderen Richtung“, antwortete Pühringer recht keck: „Gibt bledane Richtungen.“

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