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Vor die Tür gesetzt | Ein Super-GAU

Vor die Tür gesetzt: Das renommierte SORA-Institut, das unter anderem beim ORF an Wahltagen für die Hochrechnungen, Wählerstromanalysen und manches mehr zuständig ist, hat sich einen fatalen Fehler geleistet - und musste vom ORF dafür vor die Tür gesetzt werden. Was war passiert? SORA bietet neben Meinungsforschung auch politische Beratung an. Zuletzt erstellte man ein 42-seitiges Strategiepapier für die SPÖ, sozusagen „all inclusive“, bis hin zur Bildung eines „Schattenkabinetts“ mit Ministerkandidaten samt Ex-ORF-General Gerhard Zeiler. Vor allem aber, und da wird es besonders ungustiös: SORA bot der SPÖ auch eine Kooperation an Wahltagen an. Während das Institut gleichzeitig im angeblich unabhängigen ORF Wahlanalysen verbreitet. Wie so ein angebahnter, aber noch nicht abgeschlossener Deal publik wird? Wenn ein falscher Klick das geheime Strategiepapier plötzlich unabsichtlich an einen Verteiler mit 800 Adressaten verschickt! Da blieb Roland Weißmann, dem Zeiler-Nachfolger am Sessel des ORF-Generals, nichts anderes übrig, als die Kooperation mit SORA zu beenden.

Ein Super-GAU. Mit dem SORA-ORF-SPÖ-Debakel beschäftigt sich in der heutigen „Krone“-Ausgabe auch Conny Bischofberger. Sie erinnert an den einstigen Hochrechnungs-Guru Gerhart Bruckmann, den Vorgänger der SORA-Herren Hofinger und Ogris. Statistik-Professor Bruckmann, heute 91, lieferte  1966 mit einem von ihm entwickelten mathematischen Modell die weltweit erste Wahlhochrechnung  - sie stimmte haargenau mit dem Ergebnis überein. Für 29 Jahre folgten die SORA-Experten, womit nun Schluss ist, weil, wie Bischofberger schreibt, „Ogris das Ansehen seines Instituts durch ein geleaktes Papier schwer beschädigt hat.“ Eine Partei zu umgarnen und ihr sogar eine Kooperation am Wahltag anzubieten gehe für einen „Hochrechner der Nation“ gar nicht. Der ORF, dessen Unabhängigkeit derzeit sogar vom VfGH geprüft wird, hat die Zusammenarbeit zu Recht gekündigt. Das sei nach dem Beinschab-Tool ein weiterer schwerer Schlag für die Branche, die ohnehin nicht den besten Ruf genießt. Was leider wahr ist und nun neuerlich unterstrichen wurde. Es ist der nächste GAU, nicht wenige meinen Super-GAU für die Meinungsforschungsbranche.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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