Klein, aber oho!

Ministreik stürzt Flughafen Frankfurt ins Chaos

Ausland
17.02.2012 20:46
Es sind rund 200 Bedienstete des Frankfurter Flughafens, die höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen fordern - und seit Donnerstag Ernst machen: Es wird beinhart gestreikt, am Freitag fielen am größten deutschen Flughafen mindestens 300 Flüge – knapp ein Drittel aller geplanten Starts und Landungen - aus, wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport berichtete.

Dabei handelt sich um gerade einmal 200 Beschäftigte der Flughafensicherung, etwa Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen oder Flugzeugeinweiser, die auf einem der größten Flughäfen Europas für gehöriges Chaos sorgen. Die Forderung der Arbeitnehmer mutet utopisch an - laut dem Flughafenbetreiber Fraport wird unter anderem bis zu 73 Prozent mehr Geld gefordert.

"Egoistische Erpressung"
Die Streikenden lösten in Deutschland heftige Diskussionen aus, scheinen aber allein auf weiter Flur zu stehen. Massive Kritik erntete man aus Politik, Wirtschaft und von Passagieren. Selbst andere Gewerkschaften und Kollegen bezeichneten die Aktion als "unsolidarisch und egoistisch", Fraport fühlt sich "erpresst".

Dass 200 von 20.000 Mitarbeitern versuchten, den Betrieb lahmzulegen, sei nicht akzeptabel und führe das Streikrecht ad absurdum, sagte etwa der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch. "Diese Minigruppe nimmt Zehntausende Fluggäste für ihre Tarifforderungen in eine Art Geiselhaft."

"Wir werden nicht zurückstecken"
Die deutsche Gewerkschaft der Flugsicherung lässt sich allerdings nicht beirren und will den Streik auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens sogar noch verschärfen, sollte die Fraport nicht einlenken. "Wir werden nicht zurückstecken", erklärte Tarifvorstand Markus Siebers am Freitag. Zumindest am Wochenende werde es voraussichtlich keinen Ausstand geben.

Für die kommende Woche wurde aber bereits eine noch härtere Gangart angekündigt. Wenn Fraport nicht einlenke, werde "definitiv" weitergestreikt, sagte Siebers der Nachrichtenagentur dpa.

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