Grausame Praxis
155 Millionen Frauen leiden unter Beschneidungen
Laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF werden weltweit etwa drei Millionen weibliche Personen jährlich einer Genitalverstümmelung unterzogen. Das entspricht etwa 8.000 Mädchen pro Tag. Global leiden etwa 155 Millionen Frauen unter den Folgen der "Female Genital Mutilation", so der englische Fachterminus. Mädchenbeschneidungen sind vor allem in Afrika kulturell tief verwurzelt, auch wenn sie von keiner Religion vorgeschrieben sind.
Grausame Eingriffe mit schlimmsten Folgen
Die Eingriffe reichen von der Abtrennung der Vorhaut der Klitoris bis zu deren Entfernung gemeinsam mit den Schamlippen. Die schlimmsten Folgen hat die sogenannte Infibulation oder "pharaonische Beschneidung": Dabei werden die großen Schamlippen beschnitten und die Vagina anschließend zugenäht.
In der Regel wird diese Prozedur unter unzureichenden hygienischen Bedingungen vorgenommen. Der Eingriff verursacht starke Schmerzen, Schockzustände und starke Blutungen. Immer wieder sterben Mädchen an den Folgen, häufig kommt es zu Infektionen und chronischen Entzündungen. Viele beschnittene Frauen leiden ihr Leben lang an Depressionen und Angstzuständen, bei Geburten sind sie vermehrt Risiken ausgesetzt.
Potenzielles Risiko auch in Österreich
Diese archaische Praxis stelle eine schwere Menschenrechtsverletzung dar und müsse möglichst bald der Vergangenheit angehören, betont Vizenkanzler Spindelegger anlässlich des Aktionstages, der vom "Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children" ausgerufen wurde. Österreich werde sich im Rahmen der bevorstehenden Sitzung der Frauenstatuskommission der UNO in New York "weiter aktiv für die Wahrung der Rechte der Mädchen und Frauen und insbesondere auch die weltweite Abschaffung dieser diskriminierenden Praxis einsetzen".
SPÖ-Entwicklungssprecherin Petra Bayr warnte davor, zu unterschätzen, dass Genitalverstümmelung auch für Frauen in Österreich ein Problem darstelle: "Die Female Genital Mutilation ist kein afrikanisches oder asiatisches Phänomen." Allein in Wien seien rund 1.900 Frauen einem potenziellen Risiko ausgesetzt.







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