Rote Katze. Es war wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, als die politischen Mitbewerber, die man damals noch Gegner oder Konkurrenten nannte, die Wähler vor einem „roten Österreich“ warnten, zu dem die SPÖ das Land umfärben wolle - das Symbol dafür war eine aus einem Sack springende „rote Katze“. Ein wenig erinnert das, was sich derzeit gerade rund um die SPÖ abspielt, an diese Zeit: Denn ähnlich wie bei der SPÖ des Jahres 1949 steht bei jener von 2023 Klassenkampf wieder im Vordergrund. Gestern beschlossen die längst in „Sozialdemokraten“ umbenannten einstigen Sozialisten unter ihrem neuen Führer Andreas Babler ihr Modell einer „Reichen-Steuer“ - bei Erbschaften und Vermögen soll künftig kräftig abkassiert werden. Ab einem Erbe von fünf Millionen Euro soll ein Drittel an den Staat gehen, ab 50 Millionen soll man gar die Hälfte abgeben. Erbschafts- und Vermögenssteuer sollen fünf bis sechs Milliarden Euro im Jahr in die Staatskasse spülen, womit man die Steuern auf Arbeit senken und den Sozialstaat finanzieren möchte. Die Wirtschaft reagiert auf die roten Vorschläge mit heftigem Kopfschütteln, es sei der „Ruf nach einer völlig leistungsfremden Umverteilung“, hieß es etwa von Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karlheinz Kopf. Die „rote Katze“ - sie lugt zumindest aus dem Sack.
An die Opfer denken! Das Urteil gegen den Schauspieler Florian Teichmeister bewegt das Land. Bekanntlich war der Ex-Burg-Star am Dienstag zu bedingter Haft und bedingter Einweisung in eine Anstalt verurteilt worden - für den Besitz von 76.000 Dateien mit kinderpornografischem Material, nicht wenige davon hat Teichmeister zusätzlich mit sadistischen Kommentaren versehen. Seit Mittwoch ist das Urteil rechtskräftig, die Diskussion ebbt deshalb noch lange nicht ab. Heute kommentiert das auch Conny Bischofberger in der „Krone“. Dass Teichtmeister das Gericht als freier Mann verlassen durfte, löst heftige Gefühle aus, schreibt sie, „Gefühle von Unverständnis, aber auch Wut, Hass und Rache.“ Sie begrüßt, dass nun endlich der Weg für härtere Strafen frei zu sein scheint, fragt sich allerdings: „Was aber ist mit Opfern von sexuellem Missbrauch? Viele von ihnen gehen aus Scham oder der Angst, man würde ihnen nicht glauben, erst gar nicht vor Gericht. Und jene, die sich trauen, Anzeige zu erstatten und so ein Verfahren ermöglichen, bleiben auch im Falle einer Verurteilung der Täter sehr oft auf der Strecke.“ Die Politik sollte sich mit der selben Energie, mit der sie nun zwei- bis dreimal härtere Strafen auf den Weg bringt, auch auf viel mehr finanzielle Unterstützung für die Opfer einigen. Ja, wie wäre es damit, dafür auch Täter wie den einstigen Schauspiel-Star ordentlich zahlen zu lassen?
Kommen Sie gut durch den Donnerstag!
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