Anti-Castro-Tiraden

Florida-Vorwahl: Republikaner buhlen um Latino-Wähler

Ausland
30.01.2012 09:46
Auf der Jagd nach Stimmen gibt es in Florida eine bewährte Geheimwaffe, das wissen die Präsidentschaftsbewerber der US-Republikaner: Ihre Chancen steigen mit der Härte ihrer Anti-Kuba-Sprüche. Vor den Vorwahlen in dem Bundesstaat am Dienstag buhlen die Kandidaten um die Gunst der Latino-Wähler. Mit eiserner Faust wollen sie, falls sie es ins Weiße Haus schaffen, Fidel und seinem Bruder und Nachfolger Raul Castro begegnen. Eine vermeintlich sichere Taktik in Florida, wo viele Exil-Kubaner und Castro-Gegner leben.

"Wenn ich Präsident der Vereinigten Staaten bin, werde ich alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, außer eine Invasion oder einen Militäreinsatz, um sicherzustellen, dass, sobald Fidel Castro endlich diesen Planeten verlassen hat, wir den Menschen in Kuba helfen können, Freiheit zu genießen", erklärte Kandidat Mitt Romney (Bild) am Wochenende vor seinen Anhängern.

Rivale Newt Gingrich konterte wenig später mit den Worten: "Es ist schon verblüffend, dass Präsident Barack Obama sich um den Arabischen Frühling sorgt, er es aber nicht schafft, in Richtung Süden zu blicken und sich einen Kubanischen Frühling vorzustellen."

"Laufen Stimmen der Hispanics hinterher"
Dass die Anti-Castro-Sprüche wieder einmal lauter geworden sind, hat auch die Presse vor Ort gemerkt. So zeigt etwa eine Karikatur der Zeitung "Miami Herald" die Spitzenkandidaten Romney und Gingrich, wie sie eine Fidel-Castro-Figur um die Wette treten. Ein gelangweiltes Pärchen schaut ihnen dabei zu. "Schon wieder laufen sie den Stimmen der Hispanics hinterher", heißt es in der Karikatur.

Überraschend ist das nicht. Gut 13 Prozent der insgesamt 11,2 Millionen registrierten Wähler in Florida haben lateinamerikanische Wurzeln. Hinzu kommt, dass knapp ein Drittel der Hispanics in Florida Kubaner sind. Nur neun Prozent sind mexikanischer Abstammung, wie eine Statistik des "Pew Hispanic Centers" weiter belegt.

Daher spielt die Einwanderungspolitik in Florida, anders als in anderen Landesteilen, kaum eine Rolle. Kubaner bekommen bereits nach einem Jahr in den USA eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Die harten Einwanderungsgesetze, mit denen andere Immigranten zu kämpfen haben, betreffen sie nicht. Diese US-Politik hat das Ziel, kubanische Behörden zu schwächen. Auch Puerto-Ricanern, die rund 28 Prozent der Latinos in Florida ausmachen, kommen spezielle US-Regeln entgegen.

"Wenn ein Kandidat auch nur im Entferntesten von einer Aufhebung der Sanktionen spricht oder eine Spur von Nähe zum kubanischen Regime zeigt, hat er schon verloren", zitierte CNN kürzlich die Journalistin des Anti-Castro-Senders Radio Marti, Ninoska Perez. Das Buhlen um die Gunst der Latino-Wähler geht so weit, dass sich Romney und Gingrich im Restaurant "Versailles" ablichten ließen, dem Herzen der Anti-Castro-Bewegung in Miami.

Und dennoch könnte sich das Blatt bald wenden. Denn in Florida haben die Republikaner unter den Hispanics seit 2006 immer weniger Anhänger. Die Demokraten zählen heute 110.000 Anhänger mehr als die Republikaner. "So bedeutend das Thema Kuba auch ist, ich denke nicht, dass es vorgibt, für wen die kubanischstämmigen Amerikaner stimmen", sagte Tony Jimenez dem Sender CNN. Jimenez hat die Organisation "Roots of Hope" gegründet, die sich dafür einsetzt, Jugendliche aus Florida und Kuba zusammenzubringen.

"Bringt Fidel zu Fall" als bewährte Botschaft
Doch die aktuelle Kampagne der Republikaner spricht eine andere Sprache. Die bewährte Botschaft "Bringt Fidel zu Fall", die schon in den vergangenen 50 Jahren in Florida funktioniert hat, wird sicher auch an diesem Dienstag allerorts zu hören sein.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
30.01.2012 09:46
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung