"Das Ende der Welt"

Zehn Tote bei Massencrash auf Autobahn in Florida

Ausland
30.01.2012 10:09
Bei einer Massenkarambolage auf einer sechsspurigen Autobahn im US-Staat Florida sind am Sonntag mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Fünf Autos und sechs Sattelschlepper waren an dem Unfall beteiligt, einige von ihnen gingen in Flammen auf. "Es sah aus wie das Ende der Welt", sagte Steven Camps, Augenzeuge der Tragödie, der Lokalzeitung "The Gainesville Sun".

Camps musste seinen Pkw am frühen Sonntagmorgen auf der Fahrbahn der Interstate I-75 bei Gainesville anhalten. In einiger Entfernung war dichter Rauch zu sehen. Der 22-jährige Student kurbelte das Fenster auf der Fahrerseite seines Wagens herunter, um mit dem Lenker des Autos neben ihm zu sprechen. Mitten im Satz habe er dann das schreckliche Geräusch von Metall gegen Metall gehört.

"Ziemlich sicher, Lenker hat es nicht geschafft"
"Wir konnten buchstäblich sehen, wie der Wagen des anderen Lenkers unter einem Sattelschlepper verschwand", erzählte der unter Schock stehende Camps der Zeitung. "Ich bin mir ziemlich sicher, er hat es nicht geschafft." Nur wenige Momente später erwischte es auch sein Auto. Doch Camps und einem Freund, der am Beifahrersitz saß, gelang es, nahezu unverletzt aus dem Wrack zu klettern.

Dann sei Chaos ausgebrochen, schilderte Camps die dramatischen Momente. Ein Lieferwagen sei explodiert. Autos hätten wie zerknülltes Papier ausgesehen, so der 22-Jährige. "Ich habe ehrlich geglaubt, ich werde nicht lebend aus dieser Sache herauskommen." Erst nach rund einer Stunde bei eiskalten Temperaturen von knapp zwei Grad Celsius seien Camps und sein Freund dann von den Rettungskräften in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht worden.

Ein Beamter der Einsatzkräfte bezeichnete den Unfall als die schlimmste Tragödie im Norden Floridas der letzten Jahrzehnte. Ein Autobahn-Polizist sagte, er habe in seinen 27 Dienstjahren noch nie etwas Vergleichbares gesehen. Insgesamt 21 Personen mussten mit teils schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Alle sechs Spuren der I-75 blieben für die Dauer der Bergungs- und Aufräumarbeiten gesperrt, ein Teil des Fahrbahnbelags war durch die Hitze der Flammen geschmolzen.

Buschfeuer als Auslöser der Tragödie
Die genaue Ursache für den Massencrash war zunächst unklar. Die Autobahn war - ebenso wie andere Verkehrsverbindungen - kurz vor der Karambolage in der Nacht auf Sonntag wegen schlechter Sicht vorübergehend gesperrt worden. Grund dafür waren dichter Nebel und der Rauch eines Buschfeuers.

Eine Sprecherin der Forstverwaltung Floridas sagte gegenüber der "Gainesville Sun", das Buschfeuer sei von Menschen verursacht worden - ob vorsätzlich oder nicht, sei noch nicht klar. Auch auf dem State Highway 441 kam es zu einem Auffahrunfall.

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