Harter Sparkurs

US-Armee wird “kleiner, zugleich aber flexibler”

Ausland
27.01.2012 11:45
Die US-Armee macht mit dem Sparen Ernst. Bereits in den nächsten fünf Jahren werde auf gut 90.000 Soldaten verzichtet, insgesamt seien in dem Zeitraum Einsparungen in Höhe von 259 Milliarden Dollar vorgesehen, erklärte Verteidigungsminister Leon Panetta am Donnerstag in Washington. Dennoch betonte der Pentagon-Chef: "Wir wollen weiterhin die stärksten Streitkräfte der Welt bleiben." Die US-Militärs seien in der Lage, "jeden Gegner überall und jederzeit" zu besiegen. Die Armee werde "zwar kleiner, zugleich aber flexibler".

Wie Panetta erklärte, werde das aktive Heer um rund 70.000 auf 490.000 Mann verringert. Zudem würden die Marines um 20.000 auf 182.000 Mann verringert.

Allein in den nächsten fünf Jahren erhofft sich das Pentagon dadurch Einsparungen in Höhe von 259 Milliarden Dollar, bis 2022 sollen es 487 Milliarden sein. Im Haushaltsjahr 2012 sollen nunmehr insgesamt 525 Milliarden Dollar für reguläre Ausgaben der US-Armee verwendet werden, hinzu kämen 88 Milliarden Dollar für Kampfeinsätze wie beispielsweise in Afghanistan, sagte Panetta.

Auch Brigaden in Deutschland betroffen
Im Zuge des Sparkurses wird auch die amerikanische Militärpräsenz in Europa drastisch heruntergefahren: Zwei der gegenwärtig vier Brigaden sollen gestrichen werden, sagte Panetta. Allerdings nannte er keine konkreten Standorte.

Von den Streichungen mit Sicherheit betroffen ist aber Deutschland, denn dort sind drei der vier europäischen US-Brigaden stationiert. Laut Medienberichten könnten vor allem die 170. Infanteriebrigade in Baumholder in Rheinland-Pfalz und die 172. Infanteriebrigade in Grafenwöhr in Bayern betroffen sein.

Augenmerk verstärkt auf Asien und Nahost
Panetta bekräftigte die neue Militärstrategie, die Präsident Barack Obama vor einigen Wochen bekannt gegeben hatte (siehe Infobox). Demnach werde das Augenmerk künftig stärker auf Asien und auf den Nahen Osten gerichtet. Als ernste Bedrohung bezeichnete Panetta vor allem die Atomprogramme im Iran und in Nordkorea. Außerdem betonte er die Gefahr von Cyberattacken.

Die Opposition der Republikaner kritisierte den neuen Kurs, eine Zustimmung des US-Kongress zu den Sparplänen gilt darum als unsicher.

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