Wegen Wartungen
Japan muss bald ohne Atomstrom auskommen
Die Atomreaktoren werden in Japan alle 13 Monate für eine Wartung heruntergefahren. Ans Netz dürfen die Anlagen erst wieder, wenn dem die lokalen Behörden zugestimmt haben. Seit der Atomkatastrophe in Fukushima ist dies jedoch nicht zuletzt wegen der großen Sorge der Bevölkerung über die Sicherheit der Atomkraftwerke nicht mehr geschehen. Zudem ist der Genehmigungsprozess so zeitaufwendig, dass Japan wohl einige Monate lang frei von Atomstrom bleiben wird.
Die Betreiberkonzerne haben mittlerweile stillgelegte Thermalkraftwerke wieder angefahren. Der dazu notwendige Import von Ersatzbrennstoffen wie Rohöl verursacht ihnen hohe Kosten.
Fukushima-Betreiber Tepco vor Verstaatlichung
Indes steht der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, vor der Verstaatlichung. Wie die führende Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Donnerstag unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, sieht ein Sanierungsplan eine staatliche Kapitalspritze von umgerechnet 9,9 Milliarden Euro im kommenden Steuerjahr, das am 1. April beginnt, vor. Das wäre eine der weltweit größten Rettungsaktionen für ein Unternehmen außerhalb des Bankensektors. Hinzu kämen weitere 9,9 Milliarden Euro an Bankkrediten. Tepco und ein staatlicher Entschädigungsfonds für die Atombranche legen den Plan im März vor.
Tepcos Überleben als unabhängiges Unternehmen steht seit dem schweren Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März 2011, bei dem das AKW Fukushima schwer beschädigt wurde, infrage. Der Konzern sieht sich mit riesigen Entschädigungszahlungen, Aufräumkosten sowie steigender Kosten für Ersatzbrennstoffe konfrontiert. Der Sanierungsplan setzt voraus, dass die Stromgebühren auch der Privathaushalte angehoben werden. Großkunden von Tepco müssen ab April 17 Prozent mehr zahlen.







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