Nach Bekanntwerden der Vorwürfe rund um den Missbrauch von Fördergeldern der Stadt Wien durch den privaten Kindergartenträger Minibambini, hat Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos) intensive Tiefen kontrollen der Kindergärten durch die Stadt angekündigt. Mehr als ein halbes Jahr nach Start der „Aktion scharf“ liegt eine erste Zwischenbilanz vor.
Demnach hat es 1800 Kontrollen bei privaten Trägern gegeben. Insgesamt 142.000 Euro an Fördermitteln wurden bislang zurückverlangt. Dabei handelte es sich laut Wiederkehr um kleinere Ungenauigkeiten bei den Abrechnungen, wie Kaffee oder Gutscheine als Aufmerksamkeit für die Mitarbeiter. In Relation zur jährlichen Gesamt-Fördersumme von 391 Millionen Euro erscheint das wenig.
Fünf Kindergärten mussten bereits schließen
Auch mussten fünf Kindergärten und zwei Gruppen schließen, weil sie dem pädagogischen Anspruch nicht erfüllen konnten. Sprich, weil zu wenig qualifiziertes Personal vorhanden gewesen ist. Es handelte sich dabei allerdings um kleinere Träger, die Kinder konnten ohne Probleme in anderen Einrichtungen in Wohnortnähe untergebracht werden, heißt es.
Der Kontrolldruck soll weiterhin aufrecht bleiben, betont der Politiker. Und obwohl die personellen Ressourcen aufgestockt wurden, sind Kontrollen vor Ort zeitaufwendig. Immerhin gibt es 3000 Gruppen in Wien.
Künftig soll Künstliche Intelligenz beim Aufspüren von Betrügereien helfen. „Die KI soll Jahresabrechnungen kontrollieren und Phantom-Kinder auf den Anwesenheitslisten entlarven“, erklärt Kurt Burger, Vize-Chef der MA 10. Eine Indiz dafür wäre, wenn Kinder an keinem Tag fehlen, weil sie krank sind. Damit soll zweckwidriger Verwendung von Fördergeldern endgültig ein Riegel vorgeschoben werden. Ende des Jahres soll die KI erstmals zum Einsatz kommen.
Die KI soll Jahresabrechnungen kontrollieren und Phantom-Kinder auf den Anwesenheitslisten entlarven.
Kurt Burger, stv. Leiter der MA10
Auch im Bereich Kinderschutz konnten Erfolge erzielt werden. Die neu Kompetenzstelle für Kinderschutz setzt auf Vorbeugung. 108 Beratungsgespräche fanden bisher statt, ohne auf ärgere Verdachtsfälle zu stoßen.
Weinende Kinder in Besenkammer gesperrt?
Allerdings sind insgesamt 69 Beschwerden eingelangt. Eine ist besonders pikant. Demnach soll eine Pädagogin weinende Kinder in ein Besenkammerl gesperrt haben soll. Die Untersuchungen zum Fall laufen, die betreffende Person wurde umgehend vom Kinderdienst abgezogen.
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