Konzept in Indonesien
Bahn bekämpft “Zug-Surfer” mit Betonkugeln
In Indonesien ist das illegale Mitfahren auf Zugdächern eine weit verbreitete Praxis. Die Bahn-Gesellschaft hatte in der Vergangenheit bereits einiges versucht, um das Problem zu entschärfen. So wurden die "Zug-Surfer" beispielsweise mit roter Farbe bespritzt oder mit Wachhunden bedroht. Auch auf die Unterstützung von Geistlichen wurde zurückgegriffen. Doch der Erfolg blieb bislang aus.
Betonkugel-Einsatz könnte zahlreiche Tote fordern
Die neue Methode mit den schwingenden Betonkugeln soll die illegalen Mitfahrer nun endgültig abschrecken. Menschenrechtsgruppen warnten allerdings, dass der Einsatz der Kugeln tödlich enden könnte, da die Menschen vermutlich weiterhin auf den Dächern mitfahren werden. In den Zügen gebe es nämlich nicht genügend Plätze, und zudem seien die Tickets nicht für alle erschwinglich, hieß es weiter.
Nach Ansicht der Menschenrechtsgruppen wäre es daher sinnvoll, mit etwas mehr Milde vorzugehen. Demnach sollte künftig einfach überprüft werden, ob jemand auf dem Dach sitzt, und erst wenn kein blinder Passagier mehr an Bord ist, sollten die Züge abfahren dürfen. Dass dies zu Verspätungen und Protesten führen würde, ist den Menschenrechtlern zwar klar, doch immerhin wäre es eine humane Alternative zu den Betonkugeln.
Bahngesellschaft sieht das Ende des "Zug-Surfens"
Die Bahngesellschaft hält allerdings an ihrer Betonkugel-Installation fest und entgegnet, dass es den Menschen nun gar nicht mehr möglich sei, auf den Dächern zu sitzen. Daher sieht sie in der neuen Maßnahme sogar ein perfektes Mittel, die Zahl der Toten beim "Zug-Surfen" drastisch zu reduzieren oder gar komplett auszuradieren. Bisher komme "täglich mindestens ein Mitfahrer" zu Tode, weil er von einem Zugdach falle oder einen Stromschlag erhalte, sagte Bahnsprecher Mateta Rizalulhaq.
Ob die Betonkugeln tatsächlich abschreckend wirken, bleibt abzuwarten. Denn einige "Zug-Surfer" erklärten im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP bereits, auch weiterhin einen Weg finden zu wollen, um illegal mit der Bahn zu reisen. Echte Alternativen gebe es sonst nämlich nicht.
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