Lockprämie. Ist das nun ein „Kopfgeld“, wenn die Regierung zur Linderung des (Kassenarzt-)Mangels bis zu 100.000 Euro pro neuer Kassenpraxis in Aussicht stellt? Nein, „Kopfgeld“ wäre da nicht die zutreffende Formulierung, darüber waren wir uns in der Redaktions-Konferenz einig, „Lockprämie“ wäre da zutreffender. Ja, es ist schon bemerkenswert, wie man heute (Jung-)Mediziner in Kassenordinationen locken muss. Viel lieber als solche eröffnen viele Wahlarzt-Ordinationen - mit sofortiger Verrechnung, Öffnungszeiten nach eigener Wahl und manchen Vorteilen mehr für den Arzt. Und dem einen entscheidenden Nachteil für Patienten: Anstelle der E-Card wird die Scheckkarte verlangt! Da will die Regierung den Hebel ansetzen, was durchaus begrüßenswert ist. Ob es allerdings, wie angepeilt, gelingt, mit der Lockprämie noch heuer 100 neue Kassenstellen zu schaffen, das wird bezweifelt. So bleibt vom gestern abgehaltenen sommerlichen Sonderministerrat vor allem eines: Der türkise Kanzler, sein grüner Vize und der grüne Gesundheitsminister stellten sich nach längerer Zeit wieder einmal gemeinsam der (medialen) Öffentlichkeit und zeigten guten Willen. Das ist ja schon etwas …
Talentscouts. Neben der Gesundheit bleibt auch die Bildung ein Akutthema in Österreich. Da meldet sich heute der renommierte Wissenschafter Markus Hengstschläger in der „Krone“ zu Wort. Ausgerechnet er als Genetiker verweist darauf, dass „nun einmal nicht alles Genetik“ sei. Ganz im Gegenteil habe jedes Kind Talente und Potenziale, nur seien sie unterschiedlich und müssten daher gefunden und gefördert werden. Die individuellen Potenziale gehörten gefördert, fordert Hengstschläger. In diesem Zusammenhang erinnert der weltweit anerkannte Wissenschafter auch daran, dass es in so vielen Bereichen Talentscouts gebe - von der Opernwelt bis zum Fußball. „Nur in der Bildungswelt nicht“. Ja, wie wahr. Suchen und finden wir endlich unsere Bildungstalente!
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