Im Juni war der Beschluss der ersten Bodenschutzstrategie Österreichs verschoben worden. Die Grünen wollten damals mehr als die ÖVP und mobilisieren jetzt weiter für Bodenschutz. Im Herbst wollen sie eine verpflichtende Begrenzung des Bodenverbrauchs auf 2,5 Hektar pro Tag erreichen, hieß es am Dienstag.
Österreich zählt europaweit zu den Ländern mit dem größten Bodenverbrauch. Pro Tag werden fast zwölf Hektar Boden verbaut, was 16 Fußballfeldern entspricht. Das ist somit deutlich mehr als die Obergrenze von 2,5 Hektar pro Tag, die die Grünen derzeit fordern. „Für uns steht dieser Bodenschutz in unsere DNA geschrieben“, sagte Generalsekretärin Olga Voglauer am Dienstag in einer Pressekonferenz. Dabei handle es sich um Klimaschutz, generell eine intakte Natur und „Klimaglück.“ Gesunde Böden seien Lebensraum und Lebensgrundlage, die für kommende Generationen bewahrt werden müssten.
Das Wohl aller müsse dabei wichtiger sein als die Profite einzelner. Die Grünen würden keine halben Sachen, sondern Verbindlichkeit wollen, hieß es. Bis zum Herbst werde bundesweit eine gute Strategie vorliegen, zeigte sich Voglauer optimistisch.
Opposition: Grüne stimmen selbst gegen Beschlüsse
Die Opposition reagierte auf das Vorhaben der Grünen kritisch. „Die Grünen wollen sich den Bodenschutz auf die Fahnen heften, doch wenn es um konkrete Beschlüsse geht, stimmen sie dagegen“, meinte etwa SPÖ-Vizeklubchefin und Umweltsprecherin Julia Herr. Ein Beispiel sei die bundesweite Leerstandsabgabe, um bereits vorhandenen Wohnraum zu nutzen, statt neue Flächen zuzubetonieren.
Die NEOS kritisierten wiederum ein fehlendes Klimaschutzgesetz. „Wer seit dreieinhalb Jahren kein Klimaschutzgesetz zusammenbringt und das Ende des zügellosen Bodenverbrauchs gerade erst auf unbestimmte Zeit vertagt hat, kann sich nicht als Klimaretter aufspielen“, wird der Klima- und Umweltsprecher Michael Bernhard der NEOS in einer Aussendung zitiert. Für FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz sind die Grünen gar „eine reine Belastungs-, Ausgrenzungs-, Gebots- und Verbotspartei.“
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