So, 19. August 2018

Fiel in Donaukanal

17.12.2011 11:39

Blindes Pärchen in Wien vor dem Ertrinken gerettet

Ein blindes Pärchen ist am Freitagabend in Wien nur knapp dem Tod entronnen. Bei heftigem Sturm und eiskalten Wassertemperaturen stürzten die beiden am Franz-Josefs-Kai in den Donaukanal. Der Betreiber des dort angelegten Clubschiffs "Johann Strauss", Roderich Walterskirchen (Bild), war gerade im Schiffsraum beschäftigt, als er Schreie hörte, wie er erzählte. Als er nach oben ging, um nachzusehen, entdeckte er im Wasser den 51-Jährigen und seine 44-jährige Begleiterin.

Das sehbehinderte Paar ging mit seinen Blindenhunden gegen 20 Uhr am Donaukanal spazieren. Dabei kam es vom Weg ab. Das Pärchen fiel etwa 100 Meter von dem Schiff entfernt ins Wasser und trieb auf die 150 Tonnen schwere "Johann Strauss" zu.

"Sie hatten keine Orientierung und riefen: 'Wir sind blind, wir ertrinken'", schilderte Walterskirchen die dramatische Situation. "Das Schiff hat einen wahnsinnigen Sog", betonte er - die Gefahr, unter das Gefährt zu geraten, wäre groß gewesen.

"Ich habe sofort Rettungsringe ins Wasser geworfen und den beiden Orientierungshilfe gegeben", fuhr Walterskirchen fort. Er gab den Blinden Anweisungen, nach rechts - vom Schiff weg - zu schwimmen. Dort konnten sich die Verunglückten auf einen Vorsprung am Ufer retten.

"Weihnachtswunder, dass die beiden überlebt haben"
Der Kapitän setzt einen Notruf ab und verständigte die Einsatzkräfte. Die Feuerwehr stieg zu den Personen ab, um sie auf dem 30 Zentimeter breiten Vorsprung zu sichern. Mit Gurt und Rettungsleine gesichert, stiegen der Mann und die Frau schließlich über die Hakenleiter auf.

Die beiden erlitten lediglich Verletzungen an den Füßen und wurden mit der Rettung ins AKH gebracht. "Das Wasser hatte eisige Temperaturen, es ist ein Weihnachtswunder, dass die beiden das überlebt haben", freute sich Walterskirchen. "Vier Minuten später hätten die beiden laut Notarzt keine Chance mehr gehabt."

Das sehbehinderte Paar dürfte ohne die Blindenhunde, die frei herumliefen, die Orientierung verloren haben. Die ebenfalls verzweifelten Hunde wollten nachspringen. "Schließlich gab das Herrchen ihnen den Befehl, sich hinzulegen", erzählte Walterskirchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Wien

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.