Migranten in Italien
NGOs klagen wegen Zuweisung entfernter Häfen
Drei NGOs klagen gegen Italiens Praxis, den privaten Rettungsschiffen mit Migrantinnen und Migranten weit entfernte Häfen zuzuweisen. Auf diese Weise werde das Leben der geretteten Menschen gefährdet, hieß es am Sonntag. Die NGOs kündigten eine Klage bei einem Verwaltungsgericht in Rom an.
So sorgte am Sonntag für Verärgerung, dass dem Schiff SOS Humanity 1 der Adria-Hafen von Ortona zugewiesen wurde. Dieser Hafen liegt 1300 Kilometer vom Ort der Rettung der 199 Migrantinnen und Migranten entfernt. „Der Kapitän hat vergeblich um einen näheren Hafen für die stark geschwächten Überlebenden, die fünf Tage auf See verbracht haben - teilweise ohne Nahrung und Wasser - gebeten. Die Praxis Italiens, systematisch weit entfernte Häfen zuzuweisen, stellt ein vermeidbares Risiko für ihre Gesundheit dar“, kritisierten Sprecherinnen und Sprecher der NGOs.
Rechte Regierung verschärfte Kurs
Seit Oktober regiert in Italien eine rechte Regierung, die den Kurs bezüglich NGOs verschärft hat, die im Mittelmeer Migrantinnen und Migranten aus Seenot retten. Sie wirft ihnen vor, mit ihren Einsätzen das Schlepperwesen zu unterstützen. Daher wurde bereits die Zahl der Rettungen pro Ausfahrt der NGO-Schiffe beschränkt, was die Zahl der Ankünfte beschränken soll.
Darüber hinaus weisen die italienischen Behörden den NGO-Schiffen Landungshäfen in Norditalien zu, die mehrere Reisetage vom Rettungspunkt entfernt liegen. Dieses Vorgehen wird mit den überlasteten Flüchtlingsaufnahmezentren in Süditalien begründet.
Seit Jahresbeginn sind laut italienischem Innenministerium 64.930 Migrantinnen und Migranten an den italienischen Küsten gelandet. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vergleichszeitraum 2022.
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