Neue Tempolimits

13 Verkehrstote im ersten Halbjahr in Kärnten

Kärnten
30.06.2023 16:58

In Kärnten ist laut VCÖ die Zahl der Verkehrstoten im ersten Halbjahr gestiegen - bereits 13 Todesopfer sind zu beklagen. Das sind um drei mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

In Kärnten kamen seit Jahresbeginn 13 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Die meisten Verkehrstoten waren Pkw-Insassen. Niedrigere Tempolimits wären eine wichtige Maßnahme, um die Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu reduzieren. Auf Freilandstraßen erhöht Tempo 80 statt 100 die Verkehrssicherheit, im Ortsgebiet Tempo 30 statt 50, betont der VCÖ. Bereits zehn Kärntner Gemeinden und Städte unterstützen die VCÖ-Initiative für eine Änderung der Straßenverkehrsordnung, damit es ihnen erleichtert wird, Tempo 30 im Ortsgebiet einzuführen.

Drei Tote mehr als im Vorjahr
Das Ziel, die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle zu reduzieren, wurde im ersten Halbjahr verfehlt. Mit 13 war die Anzahl der Todesopfer des Straßenverkehrs um drei höher als im Halbjahr 2022, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ - Mobilität mit Zukunft. Die bisher niedrigste Anzahl an Verkehrstoten gab es im ersten Halbjahr 2020 mit neun, in den Jahren 2019, 2021 und 2022 kamen in den ersten sechs Monaten jeweils zehn Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass zehn der 13 Verkehrstoten Pkw-Insassen waren. Zwei Menschen kamen mit dem Motorrad ums Leben, eine Person mit dem Fahrrad. Fünf Todesopfer waren jünger als 30 Jahre, drei älter als 65 Jahre. Ein zentraler Faktor für die Sicherheit im Straßenverkehr ist die Geschwindigkeit.

„Je höher das Tempo, desto länger der Reaktionsweg und der Bremsweg. Das Risiko eines Unfalls steigt“, erklärt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Ein Pkw, der bei Tempo 30 einen Reaktions- und Bremsweg von insgesamt elf Metern hat, hat bei Tempo 50 mit 24 Metern einen doppelt so langen Anhalteweg und nach elf Metern noch fast die volle Geschwindigkeit, informiert der VCÖ. Wird ein Fußgänger mit diesem Tempo angefahren sind schwerste oder gar tödliche Verletzungen die Folge. Im Ortsgebiet sollte daher Tempo 30 die Regel und Tempo 50 die Ausnahme sein. Aber die geltende Straßenverkehrsordnung erschwert es den Gemeinden, beispielsweise auf Landesstraßen durch den Ort, Tempo 30 umzusetzen, selbst wenn sich entlang der Straße eine Schule oder ein Seniorenheim befindet.

Der VCÖ führt daher eine Initiative zur Änderung der StVO durch, damit es leichter wird, Tempo 30 einzuführen. Bereits mehr als 200 Gemeinden und Städte in Österreich unterstützen die VCÖ-Initiative, darunter zehn aus Kärnten (www.vcoe.at/tempo30). Die Bürgermeisterin von Pörtschach Silvia Häusl-Benz betont: „Ich unterstütze diese Initiative sehr gerne. Es geht dabei, dass wir uns eine bessere Lebensqualität und Sicherheit in den Ort holen und eine verringerte Fahrgeschwindigkeit ist dabei ein wesentlicher Hebel.“ Niedrigeres Tempo reduziert auch die möglichen Folgen anderer Verkehrsvergehen, wie etwa Ablenkung oder von Fahrfehlern. So ist beispielsweise Handy am Steuer nach wie vor ein großes Problem. Im Vorjahr wurden in Kärnten rund 8.200 Lenkerinnen und Lenker beim verbotenen Telefonieren mit dem Handy von der Exekutive erwischt.

„Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht und langsam wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille. Damit steigt die Gefahr eines Verkehrsunfalls massiv“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Besonders viele schwere Unfälle passieren auch auf Freilandstraßen. Hier erhöht Tempo 80 statt 100 die Verkehrssicherheit. Die Verkehrskontrollen der Exekutive leisten einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Zudem braucht es auch mehr Geschwindigkeitskontrollen mit Radarboxen. 

 Kärntner Krone
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