21.11.2011 20:36 |

Neonazi-Terrorzelle

D: War Mord an Polizistin doch eine Beziehungstat?

Zwischen der vor viereinhalb Jahren in Heilbronn ermordeten Polizistin und dem Zwickauer Neonazi-Trio gibt es nach Erkenntnissen der deutschen Ermittler wahrscheinlich doch eine persönliche Verbindung. Jörg Ziercke, Leiter des Bundeskriminalamtes BKA, sprach von einer möglichen Beziehungstat - in dem Sinne, dass es Bezüge zwischen der aus Thüringen stammenden Polizistin und der Zwickauer Zelle gegeben habe.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte diese Angaben am Montag nicht kommentieren. Das Zwickauer Neonazi-Trio stehe weiter unter dringendem Tatverdacht, die Hintergründe seien aber Gegenstand intensiver Ermittlungen und würden nicht an die Öffentlichkeit gegeben. "Die Tat passt in die Ideologie der Gruppe", sagte ein Sprecher der Behörde am Montag lediglich. Man gehe selbstverständlich jedem greifbaren Hinweis nach.

Die Polizistin Michèle Kiesewetter war am 25. April 2007 in Heilbronn auf einer Festwiese mit einem Kopfschuss getötet worden. Ihr damals 24 Jahre alter Streifenkollege wurde schwer verletzt und lag mehrere Wochen im Koma. In der vergangenen Woche hatte es noch vom Landeskriminalamt in Baden-Württemberg geheißen, der Mord an der Polizistin habe wohl nichts damit zu tun, dass die Beamtin selbst aus Thüringen stammt. Dafür hätten keine Anhaltspunkte vorgelegen, hieß es damals. Nach Informationen der Zeitschift "Super-Illu" wurde der Neonazi Uwe Mundlos im Sommer 2005 mehrfach im thüringischen Heimatort der 2007 erschossenen Polizistin gesehen.

Miet-Zwist um Gasthof?
Nach ersten Informationen soll ein Familienangehöriger der Polizistin versucht haben, einen Gasthof in Thüringen anzumieten, der dann aber an einen Mann aus dem Umfeld des Zwickauer Trios gegangen sei. Die Polizistin selbst habe jahrelang gegenüber des Gasthofs gewohnt. Zudem soll ein Familienmitglied der Polizistin in einem anderen Gastronomiebetrieb einen Koch mit dem Nachnamen Zschäpe beschäftigt haben. Welche Rolle dies alles bei dem Mord an Kiesewetter gespielt haben könnte, blieb am Montag unklar. Die Familie der getöteten Polizistin in Thüringen bezeichnete die Angaben zu den möglichen Verbindungen auf Anfrage allerdings als "Unsinn".

Die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund NSU um Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos wird für die Mordserie an neun Geschäftsleuten türkischer und griechischer Abstammung zwischen 2000 und 2006 und die Ermordung Michèle Kiesewetters 2007 verantwortlich gemacht.

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