"Offensichtlich orientieren sich die heimischen Vorstände bei den Gagen immer mehr an Bill Gates, Josef Ackermann & Co.", kritisiert AK-Direktor Werner Muhm, "gleichzeitig tun diese Top-Verdiener so, als wären die Einkommen ihrer Beschäftigten ein Wettbewerbshindernis!" Eine neue deutsche Studie zeigt: Österreichs Manager sind mit den deutschen die Spitzenverdiener in Europa.
Firmen halten sich bedeckt
Wie knausrig die Unternehmen mit Infos über die Gagen ihrer Vorstände umgehen, zeigt eine weitere Untersuchung der Arbeiterkammer: Von 902 untersuchten Geschäftsberichten der größten heimischen Unternehmen, haben nur 76 oder 8,4 Prozent die Managergehälter veröffentlicht - die restlichen 826 machen unter Berufung auf den Datenschutz keine Angaben.
Traum-Gagen für obere Etagen
Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Vorstände der untersuchten Konzerne im Schnitt 13 Mal so viel verdienen, wie ihre Mitarbeiter. Die Kluft wird immer größer: Im Jahr 2003 haben die Manager "nur" elf Mal so viel verdient wie ihre Mitarbeiter. Während das durchschnittliche pro Kopf Einkommen des gesamten Personals von 2003 auf 2004 um zwei Prozent gestiegen ist, konnten die Vorstände im Schnitt eine 13-prozentige Steigerung der Gagen auf ihren Konten verbuchen.
Gagen-Rekord bei der Erste Bank
Die Gagen-Bandbreite der Manager reicht dabei vom fünffachen bis zum 48-fachen eines "normalen" Arbeitnehmer-Einkommens. Einsamer Spitzenreiter ist die Erste Bank (Stichwort Treichl) - dort verdient der Vorstand 48 Mal so viel wie der Rest der Belegschaft (siehe Infobox).
Zwischen dem 11- und 24-fachen über dem Einkommen der Mitarbeiter liegen die Managergagen bei: Wienerberger, RHI, Telekom, BA-CA, Mayr-Melnhof, Böhler-Udeholm, OMV, Andritz und Generali. Bis zum Zehnfachen ihrer MitarbeiterInnen verdienen die Vorstände bei: AUA, Palfinger, Betandwin, Flughafen Wien, EVN und Verbund.
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