Die Chronologie der Krise liest sich wie ein Drama in mehreren Akten: die Immobilienkrise, die zur Banken- und Finanzkrise wurde und nun den Status einer Staatsschuldenkrise hat. Die Frage ist: Was kommt noch auf uns zu? Die Staatsschuldenthematik wird uns noch einige Jahre begleiten, so viel ist klar. Um die Auswirkungen der Krise auf die Realwirtschaft abzufedern, haben die Staaten tiefe Löcher in ihre Budgets gerissen. Ohne jedoch nachhaltige, strukturelle Änderungen zu bewirken, die einem erneuten Ausbruch bzw. einer Verschärfung der Krise vorgebeugt hätten.
Das Ergebnis können wir jeden Tag in den Medien mitverfolgen. Die Handlungsspielräume werden kleiner, die Schulden immer größer. Ob die Euro-Zone wirklich auseinanderbrechen wird, kann heute schwer abgeschätzt werden. Noch wird alles darangesetzt, dies zu verhindern, da damit der Exportwirtschaft und folglich der Entwicklung der einzelnen Länder alles andere als geholfen wäre. Man darf also nur auf die Kreativität der handelnden Personen und Institutionen hoffen.
Die Zinsen haben bereits wieder zu sinken begonnen. Der erste Zinsschritt des neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, von 1,5 Prozent auf 1,25 Prozent kam überraschend und wurde nicht nur positiv gesehen. Denn mit dieser Zinssenkung wurden zwar die Anleihekosten für gebeutelte Länder wie Italien oder Spanien etwas reduziert, zugleich sollte der private Konsum angekurbelt werden, doch mehr Geld im Umlauf bedeutet gleichzeitig auch höhere Inflation, und diese befand sich zuletzt ohnehin schon auf einem Niveau jenseits der drei Prozent.
Die nächste Zinssenkung wird von den meisten Experten für Dezember erwartet, der Abwärtstrend soll sich im nächsten Jahr fortsetzen. Gleichzeitig wird derzeit dennoch von einem Abflauen der Inflation ausgegangen, da die Rohstoffpreise zurückgehen, die ein Haupttreiber für die Inflation sind.
Sparbuch und Bausparvertrag
Für Sparer wird es damit schwierig: Das Sparbuch bietet derzeit noch Zinsen über zwei Prozent für eine einjährige Laufzeit. Wie lange noch, ist fraglich. Du solltest daher nur jenes Geld auf dem Sparbuch parken, das du für die nächsten drei Jahre als Reserve brauchst. Denn wenn du dein Geld aktuell nicht mit mindestens vier Prozent brutto veranlagst, verliert es an Kaufkraft.
Doch wie können Alternativen aussehen? Das hängt davon ab, wie mutig du bist. Die konservativste Ausweichmöglichkeit ist eine der beliebtesten Sparformen der Österreicher: das Bausparen. Du bekommst neben den Zinsen während einer sechsjährigen Laufzeit mindestens drei Prozent staatliche Förderung, die für maximal 1.200 Euro pro Jahr ausgezahlt wird. Bausparen befindet sich zusätzlich in der staatlichen Einlagensicherung und bietet begünstigte Zugriffsmöglichkeiten, wenn du das angesparte Guthaben während der Laufzeit für Wohnzwecke, Bildung oder Pflege brauchst.
Inflationsgeschützte Produkte
Auch Produkte mit einem eingebauten Inflationsschutz können eine sinnvolle Ergänzung zu deiner Veranlagung sein, sofern der Aufbau passt. Diese Produkte werden meist als Anleihen oder Versicherungsprodukte begeben, deren Erträge sich an der aktuellen Inflationsrate orientieren. Du solltest jedenfalls ein Produkt auswählen, das eine fixe Mindestverzinsung anbietet, damit du weißt, worauf du dich im schlechtesten Fall einstellen musst. Achte zusätzlich auf die Bonität des Herausgebers und wie die Garantie im Hintergrund gestaltet ist. Große inländische Institute sind zu bevorzugen, Vorsicht bei Garantien durch ausländische Garantiegeber.
Gold und Immobilien
Diese beiden Veranlagungskategorien galten längere Zeit als sicherer Hafen. Das Problem hierbei ist, dass Immobilien derzeit meist schon stark überteuert sind. Achte bei einem eventuellen Kauf jedenfalls darauf, ob die Werthaltigkeit des Objekts auf lange Sicht gegeben ist. Sonst musst du mit Verlust verkaufen. Denn von einem Grundstück bzw. einer Wohnung kann man im Ernstfall nicht abbeißen.
Ähnlich verhält es sich mit Gold: Der Kauf macht vor allem dann Sinn, wenn du davon ausgehst, das Gold als Zahlungsmittel einsetzen zu müssen. In diesem Fall solltest du es in möglichst kleinen Einheiten kaufen, die du auch wirklich als Geld verwenden kannst. Barren sind gut und schön, aber nicht zerteilbar. Denn bei Gold hast du einen Kurs wie bei einer Aktie und zusätzlich das Währungsrisiko, da Gold in Dollar notiert.
Aktien
Jene Anleger, die sich des Risikos durchaus bewusst sind und Geld für längerfristige Veranlagungen zur Verfügung haben, können durchaus überlegen, in den derzeit stark gebeutelten Aktienmarkt zu investieren. Die Titel sind im Moment teilweise unterbewertet, eine längerfristige Erholung ist wahrscheinlich.
Allerdings ist in diesem Bereich auch großes Rückschlagspotenzial gegeben. Wenn du einen Einstieg überlegst, dann besser in kleinen Tranchen, die du über einige Monate verteilst. Wichtig: Spesen vergleichen und den günstigsten Depotanbieter suchen, damit du nicht über die Spesen gleich wieder den Ertrag verlierst.










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