Daten veröffentlicht
USA: Wie das FBI “Agentin 00Sex” und Co. überwachte
Das Überwachungsmaterial zeigt die Mittelklasse-Spione mit ihren Kindern, beim Einkaufen oder in einem Fall auch bei einer Abschlussfeier. Die Dokumente offenbaren aber auch Szenen wie in einem Spionagefilm aus der Zeit des Kalten Krieges.
Bizarre Aufnahmen veröffentlicht
Da graben Agenten Bestechungsgelder aus dem Erdreich aus, platzieren ein Plastiksackerl mit Tausenden Dollar für eine Übergabe, reichen eine Tasche in einem New Yorker Bahnhof weiter und tauschen sich im Vorbeigehen heimlich mit Informanten aus.
Auch Chapman, die dank ihrer Rolle in der Spionage-Saga zu einer internationalen Berühmtheit avancierte, ist auf mehreren Videos verewigt. Eines davon wurde nur wenige Tage vor ihrer Festnahme aufgenommen und zeigt sie beim Gespräch mit einem Undercover-Agenten der US-Bundesbehörde, der ihr als vermeintlicher Mitarbeiter des russischen Konsulats bei einem Computerproblem helfen soll.
Medien forderten Veröffentlichung der "Ghost Stories"
Der vom FBI für die Überwachung gewählte Codename "Ghost Stories" dürfte eine Anspielung auf die Bemühungen des Spionagerings sein, sich nahezu unsichtbar in der amerikanischen Gesellschaft zu bewegen. Die Entscheidung, das Material ausgerechnet an Halloween zu veröffentlichen, sei aber Zufall, sagte ein Sprecher des FBI.
Die Videos wurden als Teil einer Freedom-of-Information-Act-Anfrage mehrerer US-Medien veröffentlicht. Die auf der FBI-Homepage zusammen mit den Videos freigegebene Flut an Daten ermöglicht nie zuvor gewährte Einblicke in die intensive Überwachung der russischen Schläfer-Agenten, die zum Teil ein ganzes Jahrzehnt andauerte.
"Verräter" zu 25 Jahren Haft verurteilt
Das spektakuläre Auffliegen der insgesamt zwölf Agenten gilt als größter Spionageskandal seit dem Ende des Kalten Krieges. Die in den USA enttarnten Spione waren im Juli 2010 in Wien gegen vier in Russland inhaftierte US-Agenten ausgetauscht worden.
Der damalige Oberst Alexander Potejew vom Auslandsgeheimdienst SWR wusste über den Spionagering Bescheid und soll laut den Russen den US-Amerikanern die Namen von Chapman und den elf weiteren russischen Spionen preisgegeben haben. Er war daraufhin im Juni in Abwesenheit zu 25 Jahren Haft verurteilt worden - der 59-Jährige soll sich in den USA versteckt halten.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.