Der Kampf um den Erhalt des Neusiedler Sees ist auch ein Kampf gegen das Schilf. Eine Möglichkeit ist das gezielte Abbrennen des Schilfs. Dazu braucht es aber grünes Licht vonseiten des Bundes.
Der Kampf um den Erhalt des Neusiedler Sees ist auch ein Kampf gegen das Schilf. Rund 163 Quadratkilometer umfasst der Bewuchs rund um das Naturjuwel, es ist eines der größten Schilfgebiete Europas. Doch nur ein Teil davon dient als Rückzugsort für Vögel. Durch die Kombination von Klimawandel, rückläufiger Schilfbewirtschaftung und natürlichen Prozessen ist mehr als die Hälfte der Fläche für die Tiere nutzlos.
Ausnahmeregelung notwendig
Naturschutzorganisationen wie WWF und Birdlife sprechen sich daher für ein kontrolliertes Abbrennen aus. Dieser Vorschlag wurde nun von Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf bei der Natur- und Umweltschutzreferentenkonferenz in Rust zum Thema gemacht. „Das Abbrennen von alten Schilfbeständen ist für die Erhaltung des Neusiedler Sees eine dringend notwendige Erhaltungsmaßnahme. Die derzeitige Gesetzeslage gibt dies jedoch nicht her“, sagt Eisenkopf. Der Antrag wird von den anderen Bundesländern unterstützt, zuständig ist aber letztlich der Bund. Denn um das Abbrennen zu erlauben, bräuchte es eine Ausnahmeregelung im Bundesluftreinhaltegesetz.
Vorschlag wird geprüft
Vom Klimaschutzministerium - Ministerin Leonore Gewessler war ebenfalls in Rust anwesend - heißt es dazu, dass man den Vorschlag prüfen werde - besonders in Hinblick auf die Luftgüte und Brandgefahr, etwa in Trockenzeiten.
In Rust gab es auch eine Protestaktion von Fridays for Future. Die Aktivisten treten für die Umsetzung des von der EU-Kommission vorgebrachten Gesetzesentwurfs zur Wiederherstellung der Natur (Nature Restoration Law) ein.
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