Kuriose Idee
Britischer Lord zahlt Preisgeld für Euro-Ausstiegs-Konzept
Der britische Lord, Geschäftsführer der Bekleidungskette "Next" und Tory-Politiker hob kurzerhand den "Wolfson Economic Prize" aus der Taufe, um Antworten zum Euro-Ausstieg zu bekommen. Der Wettbewerb, organisiert über die Londoner Denkfabrik "Policy Exchange", richtet sich an internationale Spitzenakademiker.
"Wie kann ein geordneter Ausstieg aus der Europäischen Währungsunion von einem oder mehreren Mitgliedsländern bewerkstelligt werden?", lautet dabei die Leitfrage für die Teilnehmer. Obwohl es viele Spekulationen darüber gebe, was mit Ländern passieren würde, die die Euro-Zone verlassen, habe bisher zu wenig eingehende Forschung zu den vielen komplexen Fragen stattgefunden, die ein solches Vorgehen aufwerfen würde, begründet Neil O'Brien, Direktor von "Policy Exchange", den Wettbewerb.
Wolfson: "Verlassen von Euro-Zone ist reale Möglichkeit"
Ziel des Wettbewerbs ist laut Wolfson, dass die hellsten Köpfe der Wirtschaftswissenschaft darüber nachdenken, wie der Euro in stabilere Währungen überführt werden könne. Es gebe momentan die reale Möglichkeit, dass politischer und wirtschaftlicher Druck einen oder mehrere Staaten dazu zwingen, die Euro-Zone zu verlassen, so der Lord. Sollte dieser Vorgang nicht richtig abgewickelt werden, könnte dies die europäischen Ersparnisse, die Beschäftigungszahlen und die Stabilität des internationalen Bankensystems bedrohen, ist Wolfson überzeugt.
"Es steht enorm viel auf dem Spiel. Die Zukunft der Weltwirtschaft wird, zu einem großen Teil, dadurch bestimmt werden, was innerhalb der nächsten paar Jahre in Europa geschieht. Wie die meisten europäischen Geschäftsleute hoffe ich, dass sich die Euro-Zone stabilisieren wird. Aber für den Fall, dass dies nicht geschieht, darf Europa nicht sehenden Auges in ein politisches Vakuum geraten", sagte Wolfson anlässlich der Präsentation des Wettbewerbs am Mittwoch.
Höchstdotierte Auszeichnung nach dem Nobelpreis
Der "Wolfson Economics Prize" wird einmalig verliehen und ist nach Darstellung der Initiatoren nach dem Nobelpreis die höchstdotierte Auszeichnung, die weltweit an einen Wirtschaftswissenschaftler vergeben wird. Der Preis wird von einer Familienstiftung Wolfsons' finanziert. Der Einsendeschluss für Einreichungen ist der 31. Jänner 2012. Die Beiträge werden dann von einer Kommission aus führenden Akademikern aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaft beurteilt.
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