Der Weg aus der Prostitution ist für viele Frauen kein einfacher. Daher soll den Frauen jetzt in Kärnten eine neue Chance gegeben werden. 725.000 Euro fließen in ein neues Projekt.
Es nennt sich in den Regierungsvorhaben unscheinbar „Projekt der aktiven Inklusion“, bei dem Chancengleichheit und das Erhöhen von Beschäftigungsfähigkeiten im Fokus stehen. Was so nüchtern beschrieben wird, ist aber recht pikant, ist ein bislang einzigartiges Hilfsprojekt zum Ausstieg aus der Prostitution.
Hilfe für Registrierte und Heimliche
Gut 400 sogenannte Sexarbeiterinnen soll es in Kärnten geben, 250 davon sind registriert, die anderen in der illegalen Wohnungsprostitution tätig. Beiden Gruppen soll nun ein Weg aus dem Gewerbe geebnet werden.
“Einstieg in den Ausstieg“ nennt sich das Projekt des Landes Kärnten, das vom Europäischen Sozialfonds mit 725.000 Euro gefördert und von der Diakonie de La Tour und der Aidshilfe umgesetzt wird. Vor allem über die Aidshilfe, deren gesundheitlich Betreuung viele der Frauen in Anspruch nehmen, soll das Angebot unter den größtenteils aus Rumänien und Ungarn stammenden Frauen bekannt gemacht werden. Kärntner Sexarbeiterinnen gibt es nur sehr wenige.
Die Diakonie organisiert die Schulungen, die in ihren Räumen von acht Vortragenden abgehalten werden.
Es ist ein Pilotproijekt, ein Versuch den Frauen ein Fundament zur Selbsthilfe und zur Neuorientierung zu geben.
Astrid Körner, Diakonie De la Toru
Den Frauen werden soziale Begleitung, Kinderbetreuung - etliche der Sexarbeiterinnen sind auch Mütter - sowie Kurse (Sprachen, EDV, Betriebswirtschaft) geboten, um jobfit zu werden. Die Damen bleiben dabei unter sich, Diskretion wird großgeschrieben.
„Es ist ein Pilotprojekt, das wissenschaftlich begleitet wird, das den Berufsumstieg aus eigener Kraft ermöglichen und Rückfallrisiken reduzieren soll“, erklärt Diakonie-Konkretorin Astrid Körner.
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