Attacken im Job

Mobbing unter Kollegen: Was du dagegen tun kannst

Wirtschaft
10.10.2011 17:09
Mobbing findet leider in vielen Unternehmen statt. Man kann von Glück sprechen, wenn man selbst nicht direkt betroffen ist. Doch auch wenn einer deiner Kollegen Ziel von Mobbing-Attacken wird, solltest du aktiv werden. Denn Mobbing vergiftet das gesamte Betriebsklima.

Warum wird gemobbt?
Die Ursachen für Mobbing sind oft vielschichtig und manchmal gar nicht richtig greifbar. In vielen Fällen trifft Mobbing den von der Betriebszugehörigkeit her jüngsten im Team. Vielleicht, weil die Arbeitsweise oder Arbeitseinstellung eine andere ist, vielleicht auch deshalb, weil die Kernmannschaft gut aufeinander eingespielt ist und die gegenseitigen Eigenheiten zwar untereinander, aber nicht beim Neuen akzeptiert.

Aber Mobbingursachen können auch erst im Laufe der Zeit entstehen: Unter anderem dann, wenn zwei Kollegen dasselbe Karriereziel verfolgen oder einfach gegenseitiger Neid da ist. Auch reichen oft einfache Konfliktpunkte, um einen Anlass für Mobbing zu geben - wie etwa ein Streit, bei dem einer unterliegt und der sich nachhaltig ins Gedächtnis einbrennt, weil vielleicht Demütigung empfunden wurde. 

Wie äußert sich Mobbing?
Üblicherweise bemerkt man einen Stimmungswechsel im Team, der sich gezielt auf einen Kollegen bezieht. Hinter dem Rücken des Betroffenen wird getuschelt. Jede Verhaltensweise wird analysiert, jede Aussage auf die Goldwaage gelegt. In dieser Form bleibt Mobbing passiv, ist nur durch eine kühle Stimmung, einen vielleicht raueren Tonfall gegenüber dem Betroffenen merkbar.

In der nächsten Phase wird das Mobbing aktiv, durch bewusst gezeigte Aggression und Sabotage-Akte. Diese können so aussehen, dass der Betroffene zu Besprechungen bewusst nicht eingeladen wird, wichtige Termine oder Informationen vorenthalten werden, Arbeitsschritte zunichte gemacht werden, persönliche Dinge verschwinden, der Kollege beim Chef angeschwärzt wird etc. Bemerkst du irgendeines all dieser Anzeichen, solltest du aktiv werden.

Wie kann ich helfen?
Je früher du aktiv wirst, desto besser. Allerdings musst du dir einer Gefahr bewusst sein: Durch allzu deutliches Stellung beziehen kann es leicht sein, dass sich die Attacken auch gegen dich richten. Dennoch ist es wichtig, dass der gemobbte Kollege Unterstützung erhält, da du dich sonst an der ganzen Situation mitschuldig machst. 

Im Frühstadium kannst du noch eine Menge bewegen, indem du bei Gesprächen über den Kollegen einfach nachfragst, woher die schlechte Meinung über diesen kommt. Versuche, Verständnis für das Verhalten des Kollegen zu erzeugen, indem du mögliche Erklärungen anbietest oder aber sagst, dass du das alles nicht so schlimm findest. Umgekehrt kannst du das Gespräch mit dem Kollegen suchen und ihm vorsichtig sagen, dass gewisse Verhaltensweisen im Team anecken und nachfragen, ob ihm das bewusst ist. Denn so kannst du ein gegenseitiges Aufeinander zugehen erreichen. Ist das alles aus irgendeinem Grund nicht möglich, dann halte dich aus den Tratschgesprächen heraus und gieße nicht noch zusätzlich Öl ins Feuer. 

Eine andere Option besteht darin, schrittweise Kollegen auf die Seite des Betroffenen zu ziehen. Das kannst du über Zweigespräche schaffen, in denen du offen ansprichst, dass du das Mobbing als sehr unfair empfindest und bittest, dass hier nicht mitgemacht wird, weil man sich am persönlichen Unglück des Betroffenen beteiligt. Dafür solltest du dir die schwächsten Mitläufer aussuchen, die du leicht beeinflussen kannst. Ziel sollte sein, dass der Rädelsführer isoliert wird.

Im zweiten Stadium bleibt dir noch das Gespräch mit den Angreifern. Frage nach, warum so gezielt gegen den Kollegen agiert wird und schlage vor, dass man eventuell besser ein klärendes Gespräch mit dem Betroffenen suchen sollte. Wird das abgelehnt und die Attacken gehen weiter, dann solltest du das Gespräch mit dem Chef suchen. Berichte von deinen Beobachtungen und dem Gespräch mit den Rädelsführern. Es liegt dann am Vorgesetzten, einzugreifen und eine Zusammenführung in die Wege zu leiten, in der offen gesprochen werden sollte.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Wirtschaft
10.10.2011 17:09
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung