Wie zu Hause fühlen. Das ist der Grundgedanke der Alternativen Lebensräume. Die „Krone“ besucht einen solchen Betrieb und gibt Einblicke.
Ein Mann kehrt den Eingang des Bauernhauses Krenn. Er begrüßt uns voller Freude und zeigt den Weg. Doris Krenn, die Bäuerin, kommt entgegen, nimmt uns herzlich in Empfang und erzählt ihre Geschichte: „Um meinen Nebenerwerbsbetrieb erhalten zu können, war ich gezwungen, mir ein zweites Standbein aufzubauen, das auch von Zuhause aus funktioniert“, erzählt die Krankenpflegerin. Sie bietet seit 2008 das Konzept Alternative Lebensräume an. Und das läuft wie in einem Pflegeheim ab, nur in kleinem Rahmen.
Vier Männer und eine Frau leben bei der 55-Jährigen in Klein St. Paul. Bis Pflegestufe drei darf man betreuungsbedürftige Menschen jeden Alters beherbergen. „Bei diesem Angebot ist die Bewohneranzahl auf sechs begrenzt, damit der Familienanschluss, die Liebe und Fürsorge geben sind“, erklärt die Familienmama.
Ziel ist es, den Klienten einen strukturierten Tagesablauf zu bieten und vorhandene Fähigkeiten zu erhalten. „Wer mag, hilft im Stall und im Haushalt mit.“ Es wird gemeinsam gespielt und jeder hat seine Privatsphäre. Die Pflegenden fühlen sich sichtlich wohl. Denn bei der Führung durch das Haus Krenn flüstert uns Bewohnerin Erika (83) zu: „Doris ist einfach so gut zu uns!“
Arbeit zahle sich nicht mehr aus
Die Bäuerin liebt ihre Arbeit, eines kritisiert sie aber: „Weil wir nicht inflationsangepasst sind, sondern bei uns das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz gilt, und wir dadurch nicht mehr verdienen - die Teuerung spielt mit - rentiert sich unsere Arbeit kaum.“
Dem Land ist das Problem bekannt. „Ein Wirtschaftsprüfer wurde herangezogen. Ergebnisse sind Ende April zu erwarten“, sagt Stefan Hafner, Pressesprecher der zuständigen Landesrätin Beate Prettner.
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