Nach Frachter-Crash

Neuseelands Behörden fürchten Umweltkatastrophe

Ausland
06.10.2011 14:40
Die Lage nach der Havarie eines großen Containerschiffes vor der Küste Neuseelands wird zunehmend ernster. Die staatliche Schifffahrtsbehörde gab am Donnerstag gar zu, eine "Umweltkatastrophe" zu befürchten. Aus dem Frachter laufe Öl aus, hieß es. Es sei bereits ein etwa fünf Kilometer langer Ölteppich zu sehen. Lösungsmittel verfehlten offenbar ihre Wirkung, daher seien Spezialschiffe und zusätzliche Ausrüstung angefordert worden. Das Schiff sei eine ernste Gefahr für die Umwelt.

Die 236 Meter lange "Rena" war am Mittwoch rund 20 Kilometer vor dem Hafen von Tauranga an einem Riff auf Grund gelaufen und leckgeschlagen. Zwei Laderäume wurden überflutet. Der 32 Jahre alte Frachter hat eine Schlagseite von etwa zehn Grad. Die 23 Besatzungsmitglieder des unter liberianischer Flagge fahrenden Schiffes sind wohlauf.

1.700 Tonnen Öl im Tank
Das ausgetretene Öl strömt vermutlich aus beschädigten Leitungen, so die Behörden. Die Treibstofftanks des Frachters scheinen dagegen noch intakt zu sein. Sollten diese jedoch bersten, könnte das fatale Folgen haben, da die Tanks mit rund 1.700 Tonnen Schweröl gefüllt seien. "Unsere Priorität ist es, das Öl aus dem Frachter zu entfernen, damit es keinen weiteren Schaden anrichtet", sagte der Einsatzleiter. Ein Bergungsteam sei an Bord.

Bereits erste tote Vögel gefunden
Bei rauer See drohe der Frachter zudem auseinanderzubrechen. Der Rumpf weise mehrere Risse auf. Unklar war am Donnerstagnachmittag, wie viel Öl bereits ins Meer gelangt ist. Es seien jedenfalls schon tote Vögel gefunden worden. In der Gegend gebe es auch eine Seehund-Kolonie und Zwergpinguine.

Die "Rena" hat etwa 2.100 Container mit Holz, Milchpulver, Fleisch und Fisch an Bord. Vor einer Bergungsaktion muss das Schiff vermutlich entladen werden.

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