Die Ukraine plant wieder, Strom nach Westen zu exportieren. Ursprünglich waren 400 Megawatt vereinbart worden, die tatsächliche Menge soll aber vom Bedarf im eigenen Land abhängen.
Das gab Energieminister Herman Haluschtschenko am Freitag bekannt. „Das ukrainische Stromnetz funktioniert seit fast zwei Monaten ohne jegliche Verbrauchsbeschränkung und mit einer Leistungsreserve“, sagte er. Für den Wiederaufbau der zerstörten und beschädigten Energieinfrastruktur soll es zusätzliche finanzielle Mittel geben.
Laut britischen Geheimdiensten ist der Versuch, die Energieversorgung im Land über den Winter deutlich zu verschlechtern, wohl gescheitert. Seit März habe es nur kleinere Angriffe gegeben. Das russische Militär hatte die Infrastruktur in der Ukraine mit Langstreckenraketen angegriffen. Immer wieder mussten Menschen lange ohne Strom und ohne Heizung ausharren. Mit dem beginnenden Frühling werde sich die Situation nun deutlich entspannen, hieß es aus London. Darüber hinaus könnten für den nächsten Winter bereits Vorbereitungen getroffen worden sein, um eine Wiederholung der Situation zu vermeiden.
Exporte nach Moldau und in die EU
Von Juni 2022 bis zum Beginn gezielter Angriffe auf die Energieversorgung im Oktober wurde noch Strom in die benachbarte Republik Moldau und in die EU geliefert. Insgesamt wurde in der Ukraine im Vorjahr jedoch um etwas mehr als ein Viertel weniger Strom erzeugt. Das lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass das Kraftwerk Saporischschja nach Angriffen im September komplett heruntergefahren wurde.
Ersatz zu beschaffen und die Infrastruktur zu reparieren, ist laut den britischen Geheimdiensten eine große logistische Herausforderung. Ein Hochspannungstransformator würde beispielsweise mindestens 100 Tonnen wiegen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.