Kunstprojekt in Graz

„Tampon“ vor Kunsthaus wurde Opfer von Vandalen

Steiermark
21.03.2023 13:27

Ein überlebensgroßer Auto-Tampon mit roten Flecken steht derzeit vor dem Grazer Kunsthaus. Er gehört zu einem Projekt der Künstlerin Anna Spanlang namens „Baby better have my menstruation. I ain’t no museum“. Schon in der ersten Nacht provozierte der Tampon anscheinend Vandalen, die ihn beschädigten.

Anna Spanlang zeichnet aktuell für den Trailer des Filmfestivals Diagonale verantwortlich. Im Zuge dessen stellte sie auch eine Intervention am Vorplatz des Kunsthauses aus: ein Auto, überzogen mit weißem Stoff und roten Blutflecken, das einem Tampon ähnelt. Spanlang hat das Projekt gemeinsam mit G-Udit/Judith Kratz entwickelt.

Anhaltende Tabuisierung
Die Künstlerinnen nehmen damit Bezug auf die noch immer anhaltende Tabuisierung der Menstruation. Nur ein Beispiel dafür: Erst vor einigen Wochen hat ein ORF-Moderator für Schlagzeilen gesorgt, weil er Mikaela Shiffrins „monthly cycle“ mit „monatlichem Radfahren“ übersetzte. 

Provokation im öffentlichen Raum
Anscheinend sorgte der am Montagabend aufgestellte Tampon schnell für Provokation: Schon vor der Eröffnung am Dienstag war er von Vandalen beschädigt worden, heißt es vom Universalmuseum Joanneum.

Der Grazer ÖVP-Kulturstadtrat Günter Riegler findet lobende Worte für die Arbeit der Künstlerin: „Zeitgenössische Kunst fordert uns heraus, über den ästhetischen Aspekt hinaus über gesellschaftliche Fragestellungen nachzudenken. Die Arbeit von Anna Spanlang wird zweifelsohne kontroversiell betrachtet und diskutiert werden - eine Position, die hoffentlich viele interessierte Besucherinnen und Besucher findet.“

Die Skulptur ist bis 30. April zu sehen.

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