Kelag-Jubiläum

Es braucht Visionen wie schon vor 100 Jahren

Kärnten
15.03.2023 20:00

Der Kärntner Energieversorger Kelag feierte sein erstes Jahrhundert.  Manche Herausforderungen blieben gleich. „Reagieren“ lautet der Wunsch der Kelag-Chefs an Politik.

Genau 100 Jahre ist es her, dass Pioniere wie Franz Wallack, ein Vater der Glockner Hochalpenstraße, und Wörthersee-Architekt Franz Baumgartner die KÄWAG (Kärnten Wasserkraftwerke AG) gegründet haben, aus der dann die Kelag hervorging.

Aus einer Situation heraus, die der heutigen durchaus ähnlich ist. Damals war es der Zerfall der Monarchie, der den Zugang zu den Ressourcen fossiler Energie erschwert hat und die Eigenversorgung durch erneuerbare Energie notwendig machte. Zwei Jahre später ging das Speicherkraftwerk Forstsee als erste Anlage in Betrieb.

Mittlerweile hat sich das Netz der Kelag etwas erweitert, zählt man zu den größten Stromerzeugern Österreichs, ist der größte Wärmeanbieter auf Basis industrieller Abwärme und Biomasse. Die Herausforderung heißt heute für alle, den richtigen Mix aus Wasserkraft, Photovoltaik und Windkraft zu finden. „Und zwar, ohne sie gegeneinander auszuspielen, sondern mit Dankbarkeit für alles, was zur Verfügung steht. Es ist zwar jede Errichtung einer Anlage ein Eingriff in die Natur, aber nichts zu tun ist der schlimmere Eingriff“, glaubt Vorstandssprecher Manfred Freitag.

Die Kelag plant auch in den nächsten Jahren, Milliarden in den Ausbau der Netzinfrastruktur zu investieren. „Das sind wirtschaftliche Chancen und Arbeitsplätze für Kärnten“, so Aufsichtsrat-Chef Gilbert Isep.

Fakten

Die Kelag mit ihren Tochtergesellschaften Kärnten Netz, Kelag Energie & Wäre, Kelag International, Kärntner Restmüllverwertung erzielt einen Umsatz von 2 Milliarden Euro und ein Konzernergebnis von 130 Millionen.

Die Stromerzeugung von 3.326 Millionen Kilowattstunden im Regeljahr erfolgt aus 94 Wasserkraftwerken, sieben Windparks mit 41 Windkraftanlagen, 22 Photovoltaikanlagen sowie Bezugsrechten aus Kraftwerken anderer Unternehmen.

Wärme wird mit 85 Fernwärmenetzen, 33 Biomasseheizwerken erzeugt.

Das Stromnetz der Kelag spannt sich über 18.300 Kilometer, 50 Umspannwerke und 7400 Trafostationen.

Das Fernwärmenetz ist 871 Kilometer lang.

Beschäftigt als Vollzeitkräfte sind bei der Kelag derzeit 1629 Menschen.

Selbst wünscht man sich daher für die Zukunft Visionen und Pioniergeist wie vor 100 Jahren, „um gemeinsam an einer Welt zu arbeiten, die zu 100 Prozent von erneuerbarer Energie bewegt wird“, so Vorstandsmitglied Danny Güthlein.

Und seitens der Politik wünscht man sich ein schnelleres Reagieren auf wechselnde Gegebenheiten. „Die unnötige Sichtverordnung bei Windrädern sollte sofort fallen, Genehmigungsverfahren sollten vereinfacht werden“, sagt Isep. Da hält den Rekord das Projekt „Netzabstützung Villach“ mit einer Dauer von zwölf Jahren von Einreichung bis Inbetriebnahme.

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