Di, 21. August 2018

Nicht im Niger

08.09.2011 08:30

Gadafi bestreitet Flucht - Rebellen dringen weiter vor

Laut den libyschen Rebellen soll Muammar al-Gadafi in den Niger geflohen sein. Doch der Ex-Diktator dementiert: Nach mehreren Tagen Schweigen wetterte er in einer neuen Audiobotschaft gegen die "Lügen" seiner Gegner. US-Angaben zufolge dürften zumindest mehrere hochrangige Offiziere und Mitglieder des langjährigen Regimes im Niger festgehalten werden. Die Aufständischen dringen indessen weiter in die Wüste vor und entdecken versteckte Waffen (Bilder).

Der untergetauchte Diktator bestritt in der vom syrischen Fernsehsender Arrai übertragenen Botschaft, sich in einem libyschen Militärkonvoi befunden zu haben, der die nigerische Grenze Anfang der Woche überquert hatte. In dem Konvoi, der am Dienstag von Libyen aus die Grenze zum Niger überquert hatte, hätten sich aber mehrere hochrangige Offiziere und Mitglieder des früheren Regimes befunden, die nun in der nigerischen Hauptstadt Niamey festgehalten würden, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, am Mittwoch.

Der nigerische Außenminister Mohamed Bazoum räumte am Rande einer Sahel-Konferenz in Algier ein, dass unter anderen Gadafis Sicherheitschef Abdallah Mansour sowie ein "sehr wichtiger" Verantwortlicher des Geheimdienstes nach Niger gereist seien.

Wo versteckt sich Gadafi?
Wo sich Gadafi aufhält, ist weiter unklar. Am Mittwoch hatte ein Rebellensprecher dem Sender Libya TV gesagt, Kämpfer hätten ihn eingekreist. Er könne nicht mehr fliehen. Einzelheiten wurden aber nicht mitgeteilt. Der arabische TV-Nachrichtensender Al-Jazeera berichtete unter Berufung auf den Militärrat in Tripolis, es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Despot gefangen genommen oder getötet werde. Dagegen sagte ein Sprecher des Übergangsrates in Bengasi der Deutschen Presse-Agentur, alle Berichte über ein mögliches Versteck Gadafis seien Spekulation. "Wir wissen es nicht. Es sind alles nur Theorien", sagte er.

Gadafi wandte sich in der Audiobotschaft, die nach mehreren Tagen Schweigen kam, erneut mit Durchhalteparolen an seine Anhänger. Er sei überzeugt, dass die NATO besiegt werde. Er versicherte, dass die Angriffe gegen die "Ratten und Söldner" verstärkt würden.

Versteckte Panzer in der Wüste entdeckt
Vor dem Hintergrund einer möglichen Flucht Gadafis nach Westafrika haben die USA die Länder der Region zur Wachsamkeit aufgerufen. Die Grenzen sollten gesichert und Mitglieder des Gadafi-Regimes festgenommen werden, sagte Victoria Nuland in Washington. Die Regierung Nigers sieht sich jedoch außerstande, die Grenze zum nördlichen Nachbarn Libyen dichtzumachen. "Wir haben keine Mittel, die Grenze zu schließen", sagte Außenminister Bazoum der britischen BBC.

Die Rebellen nehmen indessen immer mehr frühere Besitztümer Gadafis ein. In einem früheren Rückzugsort der Truppen des Diktators in Bir Dufan zwischen Misurata und Bani Walid entdeckten sie Dutzende im Sand versteckte Panzer und Militärfahrzeuge.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.