Linzer Bürgermeister:

Die fünf größten Fehler in der Corona-Pandemie

Oberösterreich
10.03.2023 18:00

Drei Jahre Corona - der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) liest der Bundesregierung ordentlich die Leviten. In seiner Analyse listet er die seiner Meinung nach fünf größten Sünden der Bundesregierung auf. Der Bogen reicht vom Kommunikations-Fiasko über die Impfpflicht-Farce bis zum IT-Bauchfleck bei den Massentests.

Drei Jahre Corona – was lief gut, was ging schief? Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger hat in seiner Analyse fünf „Sünden“ aufgelistet.

Das Kommunikations-Fiasko ab Sommer 2020 steht für Luger an der Spitze: „Die harten, aber klar und nachvollziehbar kommunizierten Maßnahmen im ersten Lockdown wurden von den Menschen mitgetragen, weil diese ohne Alternative waren. Die Fehler der Regierung begannen sich aber im Sommer 2020 zu häufen. Da hätte man sich auf den Herbst und die prognostizierte Infektionswelle vorbereiten sollen, statt mit sinnlosen Ampel-Regeln Zeit zu vergeuden.“

Die handwerklichen Fehler der Bundesregierung, sprich Maßnahmen ohne verfassungsrechtliche Grundlage, waren das zweite Problem.

Die Impfpflicht-Farce als kommunikatives Eigentor ist für Luger , der selbst viermal geimpft ist, Problem Nr.…3: „Definitiv das peinlichste Kapitel. Die Impfpflicht war über Monate ausgeschlossen, jedoch im November 2021 – mit dem vierten Lockdown – präsentiert worden. Umgesetzt wurde sie letztlich nie. Ziel der Maßnahme wäre gewesen, die Impfbereitschaft zu erhöhen und gleichzeitig bereits geimpfte Personen zu belohnen, stattdessen wurde dadurch der deutlich spürbare Riss durch die Gesellschaft weiter vergrößert.“

Das Daten-Chaos über Jahre hinweg war die vierte „Sünde“. „Die Corona-Daten von Stadt, Land und Bund haben monatelang nicht übereingestimmt“, so der Linzer Bürgermeister.

Das IT-Chaos rund um die Massentests und falsche Schwerpunkte ist Lugers letzter Kritikpunkt: „Die Pandemie hat schonungslos aufgezeigt, dass wir in den Verwaltungen bei der Digitalisierung desaströs aufgestellt sind. Es gibt keine Strategie. Auch das ,Kaufhaus Österreich‘ war ein Flop, kostete aber 950.000 Euro.“

(Bild: Krone KREATIV, Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Der „Krone“-Kommentar von Christoph Gantner
Die gekränkten „Querdenker“
Wenn man das Corona-Desaster der Bundesregierung in den vergangenen drei Jahren vorm geistigen Auge Revue passieren lässt, dann drängt sich unweigerlich der Gedanke auf, dass viele „Querdenker“ teilweise gar nicht so falsch lagen. Denn die Regierung hat wirklich viel vermurkst.
Außerdem fühlen sich viele immer noch nachhaltig gekränkt, weil sie unter Generalverdacht gestellt wurden. 
Wird sich dieser Riss noch kitten lassen? Ich bezweifle es, auch weil sich etliche dieser Zeitgenossen völlig in abstruse Verschwörungstheorien verrannt haben. Schade.

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