Niedrigste Opferzahl

Vier von fünf getöteten Fußgehern waren Senioren

Chronik
28.01.2023 17:00

Senioren sind offenbar die am meisten gefährdeten Fußgeher in Oberösterreich - wenn man der aktuellen Statistik des Verkehrsclubs Österreich glaubt. Denn vier von im Vorjahr fünf getöteten Fußgängern in Oberösterreich waren über 65 Jahre alt., zwei sogar über 80 Jahre.

„Unser Verkehrssystem muss auf ältere Menschen mehr Rücksicht nehmen und auch fehlertoleranter werden. Ein Fehler darf nicht schwerste oder gar tödliche Verletzungen zur Folge haben. Es braucht mehr Maßnahmen, die die Mobilität für ältere Menschen und somit für alle sicherer machen,“ erklärt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Das ist auch wichtig, weil die Zahl der Menschen mit Demenzerkrankung zunimmt und auch das Verkehrssystem in den Gemeinden und Städten auf diese Entwicklung anzupassen ist. Insbesondere in Wohngebieten sind verstärkte Verkehrsberuhigung sowie niedrigeres Tempo des Fahrzeug-Verkehrs wichtig, um die Sicherheit für ältere Menschen zu erhöhen.

Im Vorjahr starben in Oberösterreich fünf Fußgeher, das waren 6,2 Prozent aller Todesopfer auf den Straßen in OÖ, eine historisch niedrige Zahl. 2021 waren es 9 Tote (9,8 Prozent), 2020 zehn oder 15,4 Prozent, 2019 gab es 15 getötete Fußgeher in OÖ (17 Prozent). 2018 war das einzige Jahr in den 2010er-Jahren mit weniger als zehn Todesopfern unter Fußgängern mit 9 oder 9,4 Prozent. Sonst schwankte die Opferzahl zwischen elf und 20, die im Jahr 2011 zu beklagen waren.

Ältere Menschen benötigen auch mehr Zeit, um eine Straße zu überqueren. „Viele Ampelsysteme nehmen darauf keine Rücksicht. Die Grünphase ist häufig für ältere Menschen viel zu kurz“, sagt Mosshammer. Dabei schreibt seit vergangenem Jahr die Straßenverkehrsordnung ausdrücklich vor, bei Ampelschaltungen die „Bedürfnisse von Fußgängern, nach kurzer Wartezeit und ohne Eile queren zu können“ zu beachten.

Die Verkehrsexperten fordern, dass es in den Städten und Gemeinden verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem braucht, wie mehr Verkehrsberuhigung, Tempo 30 statt 50 und übersichtliche Übergänge. Zudem außerhalb des Ortsgebiets sichere Gehwege zwischen Siedlungen und dem nächstgelegen Ort wichtig.

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