Zaungast. Von einem „heiklen Besuch im armen Osten“ berichtet unsere Reporterin, die am Montag Bundeskanzler Nehammer und Innenminister Karner nach Bulgarien begleitete. Nach dem aufsehenerregenden Veto Österreichs gegen die Aufnahme Bulgariens und Rumäniens in den Schengenraum bemüht sich die Regierung um gute Kontakte zum Balkanland an der Außengrenze der EU. Erst wenn der Außengrenzschutz funktioniere, könne über die Schengen-Erweiterung gesprochen werden, so die Botschaft Nehammers und Karners. Sie fordern bekanntlich auch einen Zaun zur Abwehr illegal in die EU einreisender Migranten. So ein Zaun existiert an der bulgarisch-türkischen Grenze bereits über 236 Kilometer und damit über einen großen Teil der bulgarisch-türkischen Grenze. Die Barriere ist allerdings nicht schwer zu überwinden, dazu reicht eine Leiter. Und doch sagt der bulgarische Präsident zu „Zaungast“ Nehammer: „Wir schützen die EU-Außengrenze besser als manche Schengen-Länder.“ Ja, es gibt so viele verschiedene Wahrheiten in der Asylkrise.
Pünktlichkeit. In Deutschland seit Jahren ein heißes Thema, das in den letzten Monaten noch dramatischer hochkocht: Die unzuverlässige Eisenbahn, mit nur wenigen pünktlichen Zügen, stattdessen oft lähmend lange Verspätungen. Und in Österreich? Da machte sich ein „Krone“-Team zur Tour quer durch das ganze Land auf, um - unter anderem - zu testen, wie es hierzulande mit der Pünktlichkeit aussieht. Das Ziel: alle neun Landeshauptstädte in drei Tagen zu absolvieren. Ja, das geht. Vor allem auch, wenn die Züge pünktlich unterwegs sind. Das Fazit unseres Teams: In drei Tagen waren die Tester fast 21 Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, kamen bei allen 14 Verbindungen pünktlich am Zielort an. Am mühsamsten war dabei die Bewältigung des Weges zwischen zwei (in der Luftlinie) nahen Städten: Zwischen Graz und Klagenfurt benötigt die Bahn drei Stunden. Deshalb wichen unsere Tester in diesem Fall auf den ÖBB-Bus aus und gewannen eine Stunde. Sollten sie sich in weniger als drei Jahren noch einmal auf die Tour begeben, dann gewinnen sie weitere 90 Minuten: Denn nach Eröffnung des Koralmtunnels bewältigt der Railjet die Strecke zwischen Klagenfurt und Graz in einer Dreiviertelstunde. Hoffentlich auch wieder pünktlich!
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