Wegen Manipulationsverdacht in Zusammenhang mit Online-Wetten wurden bei den drei slowenischen Legionären der Innsbrucker Basketballer bekanntlich Hausdurchsuchungen durchgeführt. Beim Verein sitzt der Schock tief.
Vergangenen Samstag war bei den Raiders-Basketballern nach dem knappen 78:77 gegen Deutsch-Wagram in der 2. Bundesliga der Jubel noch groß. Wenig später kam der große Schock: In der Nacht auf Sonntag wurden wegen Spielmanipulationsvorwürfen in Zusammenhang mit Online-Wetten die Wohnungen der drei slowenischen Legionäre untersucht. Dabei wurden auch Computer und Handys beschlagnahmt. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Das nimmt mich unglaublich mit. Das ist ein Wahnsinnsschaden für den Tiroler Basketball.
Sektionsleiter Stefan Oberhauser
„Froh, dass ich keinen Herzinfarkt bekommen habe“
„Ich bin aus allen Wolken gefallen“, war Sektionsleiter Stefan Oberhauser, der vergangene Saison noch selbst spielte, geschockt: „Das nimmt mich unglaublich mit. Das ist ein Wahnsinnsschaden für den Tiroler Basketball.“ Trainer Amir Medinov, der mit viel Herzblut dabei ist, ist völlig zerstört: „Ich bin froh, dass ich keinen Herzinfarkt bekommen habe!“ Auch der sportliche Leiter Markus Schwab war fassungslos: „Wir sind von den Ereignissen völlig überrascht und arbeiten mit den Behörden und dem Basketballverband zusammen.“
Wie es jetzt sportlich weiter geht, weiß noch niemand. Die drei Slowenen waren das Um und Auf im Team.
Verdächtige Vorgänge festgestellt
Nachdem der österreichische Basketball vor drei Jahren von einem Wettskandal bei Graz mit zehn involvierten Spielern, die erst kürzlich angeklagt wurden, erschüttert wurde, arbeitet man mit Sportradar zusammen. Die Firma überwacht weltweit den Wettmarkt auf verdächtige Vorgänge. Im November ging der Alarm an - allerdings gewannen die Raiders alle ihre vier Spiele. Es sollen aber Live-Wetten auf Viertel-Ergebnisse und Punkte betroffen sein.
„Für uns ist es kein Schaden, sondern es zeigt, dass die Maßnahmen greifen und wir die schwarzen Schafe aus dem Verkehr ziehen“, betonte Johannes Wiesmann, General-Manager bei Basketball Austria.
Die Legionäre wurden von den Raiders sofort freigestellt, der Verband hat die Spieler für zehn Tage suspendiert und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Im Gegensatz zum Fall in Graz sind sie aber nicht in Untersuchungshaft.
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