Di, 14. August 2018

Papst in Madrid

19.08.2011 08:55

Polizei stoppt Demo und Kuss-Aktion von Schwulen

Die spanische Polizei ist am Donnerstagabend mit Schlagstöcken gegen etwa 150 Demonstranten vorgegangen, die am Rande des Weltjugendtages in Madrid gegen den Besuch des Papstes protestierten. "Sie haben mich fünf- oder sechsmal geschlagen", sagte ein 30-jähriger Demonstrant auf dem Platz Puerta del Sol. "Wir sind unbewaffnet gekommen, wir haben nichts getan." Außerdem stoppte die Polizei eine Kuss-Aktion von Homosexuellen.

Rund 100 Lesben und Schwule wollten am Abend den Papst und die Gläubigen mit der Aktion konfrontieren. Die Kundgebung wurde jedoch kurz nach dem Start von den Sicherheitskräften abgebrochen.

Bei Auseinandersetzungen zwischen Papstgegnern und der Polizei waren bereits am Mittwochabend elf Menschen verletzt worden. Rund 4.000 Demonstranten hatten sich versammelt und waren durch die Stadt gezogen. Die Kritiker bemängeln unter anderem die hohen Kosten des Papstbesuchs.

Papst warnt vor "Launen des Augenblicks"
Papst Benedikt XVI. hatte Donnerstagmittag seinen viertägigen Besuch des Weltjugendtags begonnen. Bei seinem ersten Auftritt im Zentrum der spanischen Hauptstadt warnte Benedikt XVI. vor "modischen Ansichten" und "Launen des Augenblicks". Der Bürgermeister von Madrid, Alberto Ruíz-Galardón, händigte dem Oberhaupt der katholischen Kirche symbolisch die Schlüssel der Stadt aus. Jugendliche übergaben Benedikt XVI. mehrere Geschenke, darunter einen kleinen Olivenzweig als Friedenssymbol.

Auf der zentralen Plaza de Cibeles riet der Papst seinen Zuhörern von einer riesigen Bühne herab, ihr Leben auf "festem Stein" und nicht auf Sand zu begründen, der "vom ersten Windstoß" hinweggefegt werden könne. "Überall warten Versuchungen, und es ist wichtig, ihnen nicht zu erliegen", predigte Benedikt XVI.

Bereits am Mittag sagte er bei seiner Ankunft am Flughafen Barajas, der Mensch und nicht der Profit müsse Mittelpunkt der Wirtschaft sein. Die Arbeitslosigkeit liegt in Spanien bei mehr als 20 Prozent. Besonders betroffen sind junge Menschen, die sich aus Wut zuletzt zur Protestbewegung der sogenannten "Empörten" zusammengetan hatten.

Von Königspaar empfangen
Am Flughafen wurde der Papst von König Juan Carlos und Königin Sofia empfangen. Von dort machte er sich im Papamobil auf den Weg ins Stadtzentrum. Der 84-Jährige will sich vier Tage lang in Madrid aufhalten. Höhepunkt seines Besuchs sind ein Kreuzweg am Freitag, eine Abendandacht auf der Luftwaffenbasis Cuatro Vientos vor der Stadt am Samstag und eine Messe am Sonntagvormittag.

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