Porzellanhäferln gelten als nachhaltiger als Plastikbecher, sind aber auf burgenländischen Weihnachtsmärkten noch wenig vertreten. Viele setzen stattdessen auf recycelbare Becher.
Wärmender Glühwein, süßer Punsch und heißer Tee sind um diese Jahreszeit sehr beliebt. Landauf landab sind die Christkindlmärkte nach zwei Jahren Corona-Pause gut besucht. Zwischen „Jingle Bells“ und Bratkartoffeln spielt aber auch Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle. Gerade wiederverwendbare Tassen wie Porzellanhäferln gelten als nachhaltiger als Plastikbecher, da dadurch viel Müll vermieden werden kann. In Wien mittlerweile üblich, ist dies bei den burgenländischen Märkten nicht immer der Fall.
„Nicht wirtschaftlich“
In der Landeshauptstadt etwa sucht man Porzellanhäferln vergebens. Stattdessen wird auf recycelbare Becher gesetzt. Seitens der Stadt gebe es entsprechende Vorgaben, die eingehalten werden müssten, erklärt Eventmanager Josef Weidinger. Dies werde streng kontrolliert. Zwar gebe es immer wieder Überlegungen, wiederverwendbare Tassen anzubieten, letztlich sei dies aber nicht wirtschaftlich für einen kleinen Markt. Auch der Aufwand sei nicht zu unterschätzen: Entweder müsste das Geschirr direkt in der Hütte gewaschen werden, wofür eine frostsichere Leitung benötigt würde. Oder es brauche Personal, das die Gläser zu einer Waschstraße oder in ein Lokal bringt. Gastro-Geschirrspüler hätten weiters einen hohen Strom- und Spülmittelverbrauch, was zu zusätzlichen Kosten führe. „Die Gebühren für die Hütten sollen leistbar bleiben“, so Weidinger. Höhere Kosten hätten höhere Gebühren zur Folge. Auch würde sich dann die Frage, Becherpfand oder nicht, stellen.
Waschen direkt in der Hütte
In Mattersburg geht man hingegen einen ganz anderen Weg. Es seien fast ausschließlich Häferln im Einsatz, heißt es von der Stadtgemeinde. Am Veranstaltungsplatz gebe es entsprechende Wasseranschlüsse, bei denen sich die Hütten dranhängen können. Gewaschen werde in der Hütte. Das sei bereits seit Jahren gängige Praxis. In Bad Sauerbrunn setzt das Christbaumdorf im Kurpark vorwiegend auf Mehrwegbecher mit Pfand. Eine Firma holt die benutzten Becher ab und reinigt diese, sodass sie das Wochenende darauf wieder verwendet werden können. Teilweise werden heuer auch noch Einwegbecher aus Altbeständen aufgebraucht, meint Organisator Felix Kremser. Der Aufwand für Porzellanhäferln sei zu hoch und mit hohen Kosten verbunden, das zahle sich nicht aus.
Bekenntnis zu mehr Nachhaltigkeit
Wer auf den Adventzauber nach Jennersdorf schaut, wird dort einen Mix aus Stärke-, Papier- und Plastikbechern, aber auch wiederverwendbare Tassen finden. Man wolle stärker auf Becher aus nachhaltigen Materialien setzen, erklärt Bürgermeister Reinhard Deutsch. Teilweise seien die Becher aus recycelbarem Material aber nicht mehr zu bekommen gewesen. Deswegen hätten die Vereine wieder auf Alternativen ausweichen müssen. CM
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