Auf einen Glühwein mit

Simon Tschann am Weihnachtsmarkt in Bludenz

Vorarlberg
19.12.2022 11:30

Den Bürgermeister auf dem Bludenzer Weihnachtsmarkt zu finden, ist nicht schwer. Den zehn Hütten umfassenden Weihnachtsmarkt hingegen schon.

Unzählige leere Stände stehen am Donnerstagabend in der Bludenzer Innenstadt. Ein einzelner Glühweinstand am Nepomukbrunnen. Das kann definitiv nicht der Christkindlemarkt sein. Wer diesen sucht, wird schließlich in der Mühlgasse fündig. Zehn Hütten, Glühwein, Raclettebrot, Küachle. „Klein und fein wie die Alpenstadt“, verkündet Bürgermeister Simon Tschann.

Was es mit den leeren Ständen auf sich hat, ist schnell erklärt. Am Wochenende vergrößern zahlreiche Mitglieder der Bludenzer Vereine und Einrichtungen sowie Schüler und Lehrer der Bildungsstätten den Markt und bieten vom Selbstgebastelten bis zum Kulinarischen alles an.

Etwas Besonderes ist aber auch am Donnerstag geboten. Ein Christbaum wird zu Gunsten von „Stunde des Herzens“ versteigert. Der Moderator und DJ ist ganz in seinem Element, die zahlreichen Besucher zeigen sich spendabel. 2000 Euro kommen am Ende für die Hilfsprojekte von Joe Fritsche zusammen. Das Rennen um den Baum hat eine Dame gemacht, die unterlegenen jungen Männer drängen auf die Bühne und runden die Spende nochmals großzügig auf.

Den versteigerten Baum wird Simon Tschann persönlich zustellen. Sein eigener ziert bereits seit einiger Zeit das Heim. „Da war ich schon während der Studienzeit immer früh dran, denn über Weihnachten war ich ja immer bei meinen Eltern.“ Inzwischen hat sich der 8. Dezember als „Baum-Aufstell-Termin“ eingebürgert. Da trifft es sich gut, dass seine Freundin belgische Wurzeln hat. Die Belgier seien nämlich auch immer etwas früher dran. Baumauswahl und Installation der Lichterkette wird nicht delegiert. Immerhin das Schmücken darf die Bludenzer First Lady übernehmen.

Zwischendurch nimmt das Stadtoberhaupt immer wieder einen Schluck Glühmost. „Der ist nicht so süß wie der Glühwein. Bei normalen Temperaturen allerdings finde ich als Winzer Wein natürlich am besten“, verrät er. In der Gastronomie tätig habe er die Liebe zu den edlen Tropfen entdeckt, eine Sommelierausbildung gemacht - und auch die anderen Familienmitglieder für das Hobby begeistert. „Mein Papa hat früher nur Bier getrunken, inzwischen ist er auch ein Weinexperte.“

Knapp 800 Rebstöcke sind im Besitz der Familie Tschann. Heuer, im vierten Jahr seit Produktionsbeginn, wurden bereits 200 Liter Weiß- und 50 Liter Rotwein aus den Trauben gewonnen. Vor kurzem stand im Weingarten der Winterschnitt an. Simon Tschann liebt die Arbeit dort. „Das Ganze ist ein wenig wie in der Politik. Wenn man den falschen Ast abschneidet, gibt es keine Früchte. Und was der richtige und der falsche Ast war, zeigt sich oftmals erst später.“ Um falschen und unnützen Weihnachtsgeschenken vorzubeugen, gibt es in der Bürgermeisterfamilie eine Vereinbarung. „Jeder darf einen Wunsch bekannt geben, dann wird ausgelost, wer wen bewichteln darf.“ Die Namen von Mama, Papa und die der drei Geschwister lagen im Topf. Wen Simon Tschann gezogen hat, wird nicht verraten. Nur so viel: Das Geschenk wurde bereits in einem Bludenzer Geschäft gekauft.

Noch keine perfekte Lösung hat das Stadtoberhaupt für den Wunsch der Freundin gefunden. „Sie hat sich Zeit gewünscht. Das ist relativ schwierig“, gibt er zu. Nahezu perfekt ist hingegen das Lesen der Weihnachtspost organisiert. „Bischof Benno hat mir erzählt, dass er seine Weihnachtskarten erst am 24. oder 25. Dezember öffnet und sich dann ganz bewusst die Zeit zum Lesen nimmt. Das mache ich jetzt auch, denn oft haben sich ja die Menschen viel Mühe gegeben und persönliche Zeilen verfasst, die in der Hektik vor dem Fest verloren gehen würden.“

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