Interview mit Plakolm

Was kann man tun gegen Politik mit Krampus-Image?

Politik
06.12.2022 19:00

Ein Jahr ist die Mühlviertlerin Claudia Plakolm (ÖVP) Jugendstaatssekretärin in der Bundesregierung. Sie zelebriert auf TikTok und Insta ein öffentliches Politikerinnenleben und scheut auch vor Tabuthemen, wie „Dick Pics“, nicht zurück. Im „Krone“-Interview am Nikolaustag sagt sie, was sie antreibt.

„OÖ-Krone“: Wir hatten gerade eine schöne Reportage über eine Agnes, die im Kremstal als „Frau Nikolaus“ unterwegs ist. Wäre das für Sie auch vorstellbar oder ist eher der Krampus ihr Rollenmodell?
Claudia Plakolm: (Lacht) Also Nikolaus ist durchaus vorstellbar. Ich selbst war in meiner Jugend Sternsingerin. Ich habe den Segen und die guten Wünsche für das neue Jahr von Haus zu Haus getragen.

Also eher Spenden eingetrieben, als Gaben verteilt. Heute dagegen können Sie als Politikerin auch mit Geld etwas bewegen, zum Beispiel Zivildiener besser bezahlen und Jugendvereine höher fördern. Hilft das denn gegen das Krampus-Image der Politik?
Die Stimmung ist generell gegenüber der Politik derzeit keine gute. Da sind auch zum Teil wir Politiker selbst schuld. Aber ich glaube, dass wir mit harter Arbeit das wieder ändern und vor allem das Vertrauen wieder zurückgewinnen können. Ich bin überzeugt, dass die Menschen in Österreich redliche Arbeit vor allem auch in der Politik schätzen, und das ist mein Anspruch.

Sie haben aber auch offenbar keine Angst davor, tabuisierte Themen aufzugreifen, zum Beispiel auch die sexuelle Belästigung durch das Zuschicken von Penisbildern.
Natürlich wäre es einfacher und angenehmer, nur über die netten Themen zu sprechen, wo wir keinen Diskussionsbedarf haben. Aber es ist extrem wichtig, dass man die Auseinandersetzung da nicht scheut und für seine Überzeugungen einsteht. Mir ist klar, dass man sich mit gewissen Themen nicht beliebt macht, ich würde da auch die Debatte über die Pensionserhöhungen durchaus dazuzählen, aber es geht darum, auch diesen Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Handlungsbedarf gibt es auch beim Klimaschutz. Wenn man das Gefühl hat, dass da viel zu wenig weitergeht, klebt man sich als junger Mensch heutzutage gerne auf wichtigen Straßen fest.
So erreichen diese Klima-Kleber das Gegenteil. Nämlich dass sich viele Menschen kopfschüttelnd abwenden und sagen: Mit diesem Extremismus will ich gar nichts zu tun haben.

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