Griechenlands Gerichte haben mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen. Akten stapeln sich, teils werden sogar handgeschriebene Dokumente in Einkaufswägen hin und her transportiert. Mittlerweile sind so viele Fälle anhängig, dass zahlreiche Verfahren wegen Verjährung eingestellt wurden.
Das berichtete die griechische Zeitung „To Proto Thema“ am Dienstag, die sich dabei auf Beschäftigte an den Gerichten beruft. Besorgniserregend sei vor allem die Situation beim obersten Verwaltungsgerichtshof StE, bei dem sich die Entscheidungen teilweise um bis zu 19 Jahre verzögern würden. Auch der Rechnungshof sei mit 122.000 anhängigen Fällen völlig überlastet und im Verzug.
Veraltetes System und faules Personal
Verantwortlich ist unter anderem das völlig veraltete System. So erzählten Beschäftigte an den Gerichten etwa, dass handgeschriebene Dokumente in Einkaufswägen hin und her transportiert werden müssen. Eine weitere Herausforderung sind laut „To Proto Thema“ faule, inkompetente und immer wieder abwesende Juristinnen und Juristen. Das Gremium für Disziplinarverfahren am obersten griechischen Gerichtshof in Athen hat in den vergangenen zehn Monaten 20 Richter und Staatsanwälte entlassen.
Diese Personen seien für die Verzögerungen bei den unbearbeiteten Verfahren verantwortlich, hieß es. Mittlerweile sind so viele Fälle anhängig, dass zahlreiche Verfahren wegen Verjährung eingestellt werden.
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