GUTEN MORGEN

Bis zur letzten Kugel | Tiefe Veränderung

Die Menschen suchen in Kellern, Bunkern und U-Bahn-Stationen Schutz, weil Wladimir Putin die Ukraine auch gestern wieder mit einem Raketenhagel überziehen ließ - nachdem schon am Montag quer durch das von den Russen überfallene Land vor allem Ziele in den Städten angegriffen worden waren. Damit hat der russische Angriffskrieg eine neue Dimension erreicht - zielen wollten die Russen, wie es heißt, auf die ukrainische Infrastruktur. Getroffen haben sie dabei jedoch auch Schulen, medizinische Einrichtungen und Wohngebäude. Wobei die USA nicht glauben, dass diese Anschläge eine Vergeltungsaktion für die Explosion auf der (russischen) Krim-Brücke seien. Denn Raketenangriffe dieses Ausmaßes könnten nicht innerhalb von ein paar Tagen vorbereitet werden. Immer öfter heißt es nun allerdings auch, dass den Russen die Munition ausgeht. Wobei man Putin leider zutrauen muss, dass er seine Soldaten bis zur sprichwörtlich letzten Kugel in den Kampf und ins Verderben schickt.

Tiefe Veränderung. Es ist mehr als der sprichwörtliche „starke Tobak“, den man heute wieder auf den „Krone“-Leserbriefseiten als Urteil über die österreichische Innenpolitik findet. Manches gerät da durchaus unter die Gürtellinie - aus Frust, aus Unzufriedenheit über die heimische Politik. Wie ordnen Experten diese hochgradige Ablehnung ein? Wir haben für unsere heutige Ausgabe Politologen dazu befragt. „Das Vertrauen in die Demokratie ist stabil“, gibt da etwa Politologe Laurenz Ennser-Jedenastik Teil-Entwarnung. Was wir haben, sei eine spezifische Unzufriedenheit mit der aktuellen Regierung, die eine Zustimmung unter 30 Prozent hat. Und das sei ein Wert, „den wir in den letzten 70 Jahren noch nie erlebt haben“. In Krisenzeiten, wenn es den Leuten schlechter geht, sei die Unzufriedenheit generell immer größer. Und Politologin Barbara Prainsack weiß, dass „die Leute ja nicht dumm sind“, die meisten spürten, dass es eine tiefe Veränderung brauche. Prainsack ist sich sicher, dass sich die Österreicher fragen: „Wie können wir unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft so gestalten, dass sie die Menschen nicht krank macht und den Planeten nicht zerstört?“ Eine hohe Erwartung - die von der Politik sicher zu wenig erfüllt wird.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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