Gerichtsurteil in D
Panzerwrack darf vor russischer Botschaft stehen
Der Berliner Museumsdirektor Enno Lenze und seine Kollegen dürfen jubeln und ihr Projekt verwirklichen. Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass ein zerschossener russischer Panzer als Mahnmal vor der russischen Botschaft in Berlin aufgestellt werden darf. Das Bezirksamt von Berlin-Mitte hat allerdings erhebliche Bedenken.
Lenzes Projekt war im Juni vom Bezirksamt abgelehnt worden. Man führte als Argument an, dass in dem Wrack „wahrscheinlich Menschen gestorben“ seien, die Ausstellung sei daher nicht angemessen. Zudem berühre sie die außenpolitischen Interessen Deutschlands und es handle sich nicht um Kunst. Der Verkehr werde behindert und Menschen psychisch belastet.
Das Verwaltungsgericht urteilte nun, ob es sich um Kunst handle, sei unerheblich - es gehe um zulässige Meinungsfreiheit. Der Fahrzeugverkehr werde nicht beeinträchtigt, die Aufstellung für zwei Wochen sei unproblematisch, Gründe der Pietät und der außenpolitischen Interessen seien nicht relevant.
Aufgestellt wird nicht direkt vor Botschaft
Das Wrack darf allerdings nicht direkt vor der Botschaft auf dem Boulevard Unter den Linden aufgestellt werden. Die dortige Mittelpromenade sei nicht für eine Belastung von 40 Tonnen ausgelegt. Möglich sei das aber gegenüber auf einem gesperrten Teilstück der Schadowstraße, so das Gericht.
Kiew: „Hautnahes Gefühl von Vernichtungskrieg“
Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk sagte gegenüber dem „Tagesspiegel“: „Das zerstörte Kriegsgerät Russlands, das im Herzen Berlins ausgestellt würde, sollte den Menschen in Deutschland ein hautnahes Gefühl von dem brutalen Vernichtungskrieg vermitteln.“ Die Botschaft unterstütze das Projekt mit aller Kraft, so der Diplomat.







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