Es hätte ein Feiertag für die Sozialdemokratie sein sollen. Knapp vier Monate vor (dem wahrscheinlichen Termin) der Landtagswahl sehen aktuelle Umfragen den schwarzen Platzhirschen deutlich geschwächt, die Möglichkeiten für in Niederösterreich ungeahnte Mehrheiten abseits der Volkspartei sind so hoch wie nie. Am Samstag ließ sich nun Franz Schnabl als einzig ernsthafter Herausforderer im Land von seinen Genossen als Obmann bestätigen, mit 89 Prozent fuhr er sogar ein durchaus beachtliches Plus ein. Und dann, ja dann ließ auch er sich zu einem witzlosen Scherz hinreißen: In Anspielung auf Bundeskanzler Karl „Alkohol oder Psychopharmaka“ Nehammer verglich Schnabl dessen 100-Prozent-Wahl zum ÖVP-Bundesparteiobmann mit den Scheinreferenden in russisch besetzten Gebieten der Ukraine. Tagesaktuelle Satire? Vielleicht. Lustig? Nein. Ein Schuss ins Knie für Schnabls Saubermann-Image? Absolut. Die Volkspartei jedenfalls tobt, und wir berichten heute über die rote Retourkutsche. Außerdem: Wie sich unsere „Kleine Botin“ Daniela Gaigg durch den Herbst bastelt, warum Volksschüler im Weinviertel auf den Schulbus warten und nicht umgekehrt - und wie eine kleine Sternwarte vom Waldviertel aus einen bislang unbekannten Kometen entdeckte. Ohne Schmäh.
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