Ortsbildschutz vor Klimaschutz - Ein Halleiner Altstadtbewohner darf keine Solarzellen auf sein Dach montieren. Ein Einzelfall? Nein!
Ich habe gedacht, die Sonne gehört allen. In Hallein ist das offenbar nicht so.“ Wolfgang Rainer versteht die Welt nicht mehr. Der Tennengauer möchte auf dem Dach seines Altstadthauses eine Photovoltaik-Anlage (PV) errichten. In Zeiten der Klimakrise und horrender Stromkosten verständlich und wünschenswert – nicht aber für die Behörden.
Die Ortsbildschutzkommission schmetterte sein Ansuchen ab. Begründung: Photovoltaik würde „aufgrund ihres Erscheinungsbildes die Wahrnehmung dieser Dachlandschaft wesentlich beeinträchtigen“, befand die Kommission. Und: Eine derartige Anlage sei „dem Ortsbild abträglich.“ Rainer hält dagegen: „Das Dach ist von der Straße nicht einsichtig. Die Photovoltaik-Elemente könnte man farblich an die Dachfläche anpassen.“ All diese Argumente überzeugten die Behörden nicht im Geringsten.
Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ) kennt die Problematik. Die Gemeinde wollte am Dach des Keltenmuseums ebenfalls eine PV-Anlage errichten. Die Ortsbildschutzkommission verhinderte das. „Widersinnig und irrsinnig“, sagt der Stadtchef. Pläne für PV-Elemente am Depot der Pernerinsel gibt es ebenfalls. „Das brauchen wir aber gar nicht einreichen. Dabei könnten wir dadurch jährliche extrem viel Stromkosten sparen“, ist Stangassinger sauer.
Er fordert in Zeiten der Energie- und Klimakrise ein rasches Umdenken: „Es wird Zeit, dass der Ortsbildschutz endlich im 21. Jahrhundert ankommt.“









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