Rund 35 Mitglieder aus zehn Nationen stehen beim Boxclub Oberndorf im Ring. Seine Gegner dabei K.o. zu schlagen, steht allerdings keineswegs an der Spitze der Agenda. Vielmehr geht es der Vereinsführung um Werte, die im Leben eine tragende Rolle spielen sollen. Die „Krone“ besuchte den Klub in Oberndorf.
„Der Sport verbindet Menschen aller Art“, heißt es oft in der Gesellschaft. Neben Fußballvereinen oder anderen Mannschaftssportarten beweist das auch der Boxclub Oberndorf. Bei den Flachgauern tummeln sich mittlerweile gut 35 Mitglieder aus über zehn Nationen. Darunter auch junge Frauen. Die Tendenz? Steigend, wie Obmann Florian Brandl beim Trainingsbesuch der „Krone“ erklärt.
Neben Disziplin und Respekt vermitteln wir auch österreichische Regeln und Sitten.

Florian BRANDL, Obmann Boxclub Oberndorf
Bild: Andreas Tröster
„Mittlerweile ist es so, dass wir immer mehr Zulauf im Verein haben und sogar in eine größere und besser aufgestellte Location der Fighting Factory in Laufen übersiedelt sind“, sagte der 32-Jährige. Anders als bei vielen anderen Sportarten seien die sportlichen Ergebnisse nur zweitrangig. „Wir wollen Werte vermitteln. Der Boxsport ist auch eine Grundschule fürs Leben. Neben Disziplin und Respekt vermitteln wir auch österreichische Regeln und Sitten“, erzählt Brandl, der neben seiner Tätigkeit als Obmann auch als Trainer fungiert.
Dabei hat der gebürtige Bayer mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun, die in ihrer Vergangenheit oft einige Schläge des Lebens einstecken mussten. „Uns ist es egal, welche Geschichte die Menschen bei uns mitbringen. Der Boxsport sorgt dafür, den Körper durch die Belastung auszugleichen. Das verhindert Gewalt auf der Straße und hilft auch bei Konzentrationsstörungen“, ist sich der Laufener sicher.
Flüchtling als Trainer bei Boxclub Oberndorf
Bestes Beispiel dafür: Cheftrainer Jalal Khomeyrani. Der Afghane kam einst als Flüchtling nach Österreich und fand beim BCO nicht nur seinen positiven Zufluchtsort, sondern wuchs dabei auch menschlich über sich hinaus. „Es heißt immer, die Boxer seien alle aggressiv. Aber das ist nicht so. Der Boxsport erfordert massive Disziplin und Körperbeherrschung. Als Verein wollen wir Anlaufstation für sämtliche Lebenssituationen sein“, schildert Khomeyrani, der beim BCO auch die deutsche Sprache verbesserte und sich so in Österreich leichter integrierte.
Als Trainer hofft der Afghane freilich auch auf den einen oder anderen Erfolg. Bislang konnten die Oberndorfer Boxer bereits einige Landesmeistertitel in unterschiedlichen Klassen und Bundesländern einheimsen. Damit das so bleibt, wird wöchentlich fleißig trainiert. „Mit unseren Trainern versuchen wir auf jeden Einzelnen einzugehen und hoffen, die Schwächen gezielt zu verbessern. Aufgeben ist keine Option!“
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