Niedrige Teilzeitquote

Wien ist Spitzenreiter bei Ganztagsbetreuung

Wien
06.09.2022 11:00

In keinem anderen Bundesland sind so viele Kinder in Ganztagsbetreuung wie in Wien - weil es in der Bundeshauptstadt die Möglichkeiten gibt. Das wirkt sich auch auf die Beschäftigung aus: Wien hat den geringsten Anteil an Frauen in Teilzeitberufen.

Für 20.000 Kinder startete gestern die Schullaufbahn. Und für ihre berufstätigen Eltern die Herausforderung, Job und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen.

93 Ganztagsschulen in Wien
Wien ist bundesweit Spitzenreiter, was die Ganztagsbetreuung betrifft. Zu den 85 bestehenden verschränkten Ganztagsschulen kommen heuer weitere acht hinzu. „Zu einem Schultag in einer Ganztagsschule gehören gemeinsames Lernen, Freizeit, Sport und Musik. Die Kinder verbringen viel Zeit miteinander, und das fördert wichtige soziale Kompetenzen, denn auch gutes Streiten kann man lernen“, schildert Bildungsdirektor Heinrich Himmer.

Als weitere Möglichkeit werden auch sogenannte offene Volksschulen geboten: Hier sind die Unterrichts- und Betreuungszeiten getrennt, finden aber am selben Standort statt. Die Nachmittagsbetreuung ist anders als bei der verschränkten Ganztagsschule zu bezahlen.

Kindergärten haben bis zu 14 Stunden geöffnet
Auch die Kindergärten bieten an 350 Standorten Betreuung von 6 bis 18 Uhr an. Weitere drei Einrichtungen haben sogar bis 20 Uhr geöffnet. Kein Wunder also, dass Wien den höchsten Prozentsatz an Kindern bis 5 Jahren hat, die ganztags betreut werden, nämlich 88,9 Prozent. Zum Vergleich: Im Österreich-Schnitt sind es 51,7 Prozent, in Oberösterreich gar nur 25,8 Prozent (siehe Grafik).

Aufgrund der guten Betreuungsmöglichkeiten hat Wien auch den geringsten Anteil an Frauen, die Teilzeit arbeiten. Bundesweit sind es fast 50 Prozent, in Wien 43,3 Prozent. In Oberösterreich wiederum ist die Teilzeitquote mit fast 57 Prozent am höchsten.

„Fehlende Kinderbetreuung, die mit einem Vollzeitjob nicht vereinbar sind, drängen Frauen in Teilzeit oder Arbeitslosigkeit und in weiterer Folge in Abhängigkeitsverhältnisse und auch Armut“, erklärt Viktoria Spielmann von den Grünen. Sie fordert eine angemessene Kinderbetreuung ab dem 1. Lebensjahr.

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