Im siebenten Kriegsmonat ist die militärische Lage in der Ukraine mehr oder weniger festgefahren. Der Brennpunkt hat sich jüngst auf die Krim verlagert. Die ukrainische Regierung hält heute mehr denn je eine Rückeroberung für möglich, und westliche Politiker schließen sich der Euphorie an. Doch Vorsicht! Es gilt zwar das Völkerrecht, wonach die Krim zur Ukraine gehört, aber wollen die Menschen dort überhaupt zurückerobert werden?
Kraut- und Rüben-Referendum
Die Halbinsel - Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte - war erst 1953 durch eine Laune der Geschichte von Russland der Ukraine zugeschlagen worden. 1989 beobachtete ich in der damals noch (für Ausländer) „verbotenen Stadt“ Sewastopol eine große Demonstration für den Wiederanschluss an Russland. Die Mehrheit auf der Krim ist beziehungsweise fühlt russisch. 2014 hatte Putin leichtes Spiel, die Krim von der Ukraine abzuspalten und diesen Handstreich durch ein Kraut-und-Rüben-Referendum völkerrechtswidrig absegnen zu lassen.
Der Krieg, der 2014 mit der Annexion der Krim begonnen hatte, wird erst dann enden, wenn das Schicksal der Halbinsel international geklärt ist. Sonst würde der Zankapfel ein ewiger Unruheherd und weltpolitischer Störfaktor bleiben. Die Lösung muss völkerrechtstauglich sein; am besten durch eine UNO-geleitete, international kontrollierte Volksabstimmung. Danach sieht es derzeit aber weder in Kiew noch Moskau aus.
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